JHK 2022

Israelbild und Antisemitismus im spätsozialistischen Polen und der DDR

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung | Seite 49-68 | Metropol Verlag

Autor/in: David G. Tompkins

In der kommunistischen Ära wurde der traditionelle Antisemitismus in Mitteleuropa um ein neues Objekt des Argwohns und der Abscheu erweitert: Israel. Ab 1948 entwickelte sich dieser neue Akteur auf der Weltbühne rasch zu einem Hauptgegner des Ostblocks. Zugleich diente Israel als Kristallisationspunkt der von den kommunistischen Parteien der Region entfalteten Vorstellungen einer zionistischen Bedrohung in Form einer undurchsichtigen, hinterhältigen Bewegung, die vermeintlich nach globalem Einfluss und der Zerstörung des Kommunismus strebte. Nach einem ersten Höhepunkt der Ressentiments in den frühen 1950er-Jahren löste der Sechstagekrieg im Juni 1967 in den kommunistischen Staaten Mitteleuropas eine Welle antiisraelischer Rhetorik aus, die mit den »Märzereignissen« 1968 in Polen eine Fortsetzung fand. Zu dieser Zeit entwickelte sich Israel zu einem der größten Feinde des Ostblocks, mit den USA und Westdeutschland gleichsam Teil einer Troika. Dies förderte auch einen tiefen Argwohn gegen die in Mitteleuropa lebenden Juden. Die kommunistischen Regime Mitteleuropas instrumentalisierten den Sechstagekrieg, um nationalistische Gefühle in den Bevölkerungen ihrer Länder für ihre eigenen Ziele zu mobilisieren, und stießen auf viele empfängliche, enthusiastische Bürgerinnen und Bürger, die nur allzu bereit waren, an dieser Front die Initiative zu ergreifen.

Im Verlauf ihrer sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckenden Herrschaft verließen sich die autoritären Regime in den beiden sozialistischen Nachbarstaaten Polen und der DDR immer stärker auf solche Appelle an den Nationalismus.[1] Dies gilt besonders für die spätsozialistische Phase, nachdem die sozialistische Ideologie erheblich an Anziehungskraft verloren hatte und das System unfähig schien, materielle Versprechen einzulösen und mit dem Westen Schritt zu halten. Der autoritäre Nationalkommunismus, der im Ostblock in den späten 1960er-Jahren entstanden war, fokussierte in immer stärkerem Maß den »Anderen«, die »arbeitende Bevölkerung«,[2] als Bedrohung für die Nation. Die Entfaltung nationalistischer Tropen verhalf den Parteien zu einem gewissen Maß an Legitimität und Popularität in der Bevölkerung. Als dem Ostblock feindlich gesinnter Staat und als Symbol für Juden, die eine bequeme und nützliche Kontrastfigur mit einer langen einschlägigen Vorgeschichte boten, hatte Israel hier eine wichtige Doppelfunktion.

Dieser Artikel untersucht, wie die Konzentration auf Israel und den Zionismus es der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza, PZPR) und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) erlaubte, antisemitische Tropen zu hegen und zu kanalisieren. Zum Beispiel stellten sie Juden als ökonomische Ausbeuter oder Teil einer weltweiten feindlichen Verschwörung dar, um damit an nationalistische Gefühle zu appellieren und auf diese Weise die eigene Herrschaft zu stabilisieren. Darüber hinaus kommt der Darstellung Israels in diesem Versuch der beiden Parteien, eine angeblich nationale und sozialistische Weltanschauung zu konsolidieren, eine entscheidende Bedeutung zu. Die Behandlung Israels als politischer Akteur und Gegenspieler der sozialistischen Welt diente als wichtiger Schutzschild, um Antisemitismusvorwürfe abzuwehren: Das Land und seine angeblichen zionistischen Verbündeten funktionierten als Zielscheibe für offiziell von der Partei gebilligte Beschimpfungen, während im Hintergrund antisemitische Stimmungen geschürt wurden. Interessanterweise wurde das Bild Israels in der spätsozialistischen Phase in beiden Ländern sehr unterschiedlich gerahmt. Während die SED Israel als Bedrohung der globalen kommunistischen Bewegung hervorhob, fokussierte die PZPR auf Israels angebliche inländische Verbündete als Gefahr für die polnische Nation. In beiden Fällen trug das Herausstellen Israels als gefährlicher Feind maßgeblich zur Aufrechterhaltung der beiden autoritären Regime bei. Der erste Teil des Artikels behandelt die frühe Phase bis zum ersten Kulminationspunkt während des Sechstagekrieges, der eine besondere Darstellung Israels zementierte und vertiefte und sie zu besonderen Zwecken mobilisierte. Der zweite Teil konzentriert sich auf die Funktionsweise dieses Bildes im Spätsozialismus und schließt mit kurzen Bemerkungen zur postsozialistischen Phase.

 

 

I. Polen bis 1968

 

Wie überall im Ostblock verwandelte sich die anfängliche offizielle Unterstützung Israels in den späten 1940er-Jahren rasch in Gegnerschaft. Wie die Sowjetunion und andere Block-Staaten unterstützte Polen die Gründung Israels. Die Kommunisten hofften, damit Großbritanniens Rolle in der Region zu schwächen, und sahen im linksgerichteten Israel einen potenziellen Verbündeten. Die polnische Presse präsentierte das junge Land in positivem Licht. Die polnischen Eliten und die breitere Bevölkerung unterstützten Israel.[3] Die Dynamik des Kalten Krieges begünstigte jedoch die Suche nach Feinden und der Fokus verlagerte sich auf die Juden, den Zionismus und Israel als Teile einer internationalen antikommunistischen Bedrohung. Überall im Ostblock zeigte sich zunehmend offener Antisemitismus, der politisch motiviert und mit traditionellen Verdächtigungen verknüpft war; er gipfelte im Slánský-Prozess in der Tschechoslowakei sowie in der sogenannten Ärzteverschwörung in der Sowjetunion Ende 1952 und Anfang 1953. Nach einer kurzen Abschwächung der Feindseligkeit während der Tauwetter-Periode war das folgende Jahrzehnt durch eine etwas gemäßigte, aber immer noch negative Sicht Israels gekennzeichnet. Das zeigte sich besonders in Schlüsselmomenten wie etwa 1956, als Israel an der Suezkrise beteiligt war und Polen von gesellschaftlichen Unruhen und innerparteilichen Auseinandersetzungen mit antisemitischem Hintergrund heimgesucht wurde.[4] Juden im In- und Ausland wurden von vielen als potenzielle und reale Bedrohung Volkspolens gesehen, auch aufgrund der Kontakte zwischen den Zehntausenden polnischen Juden, die nach dem Krieg ausgewandert waren, und denjenigen, die geblieben waren. Diese Kontakte wurden offiziell häufig als zionistischer Versuch begriffen, Polen zu unterwandern.[5] Mitte der 1960er-Jahre wurde Israel in Parteidokumenten und in der Presse allgemein eher negativ dargestellt, wenn auch uneinheitlich und nicht besonders hervorgehoben.

Dies änderte sich schlagartig mit dem Sechstagekrieg im Juni 1967. Wie der Rest der Ostblockländer hatte sich Polen den arabischen Staaten der Region angenähert. Der Konflikt verschärfte die negative Darstellung Israels. Dem Vorbild der UdSSR folgend brach Polen die diplomatischen Beziehungen mit Israel ab, das jetzt ausdrücklich als aggressiver Akteur dargestellt wurde, der zusammen mit dem westdeutschen und dem amerikanischen Imperialismus danach strebte, den Ostblock und seine arabischen Verbündeten zu unterwandern. Parteifunktionäre versuchten dieses Bild in breitem Stil zu nutzen, um die Bürgerinnen und Bürger hinter der PZPR zu versammeln und sie für ihre Ziele zu mobilisieren. Mit der Verurteilung Israels verband sich in der offiziellen Rhetorik der Argwohn gegenüber polnischen Juden; einige von ihnen hatten ebenso wie Nichtjuden zu Beginn des Konflikts Unterstützung für Israel zum Ausdruck gebracht, was die Parteiführung verärgerte und jenen als Vorwand diente, die Juden zum Ziel machen und sie marginalisieren wollten. Diese Darstellung wurde nicht nur in Machtkämpfen innerhalb der PZPR eingesetzt, sondern auch, um von wachsenden ökonomischen Problemen abzulenken.[6]

Im Juni 1967 organisierten PZPR-Funktionäre eine breit angelegte Kampagne, um die Bevölkerung von ihrer Sicht zu überzeugen ‑ mit beträchtlichem Erfolg.[7] Eine Medienkampagne sorgte für eine breite Berichterstattung in den Tageszeitungen, einschließlich Artikeln auf der Titelseite und drastischen Gewalt-Fotos. Israel wurde als Aggressor gebrandmarkt, im Dienst von Imperialisten stehend, die die legitimen Interessen der arabischen Nachbarländer unterdrückten und auf einem Vernichtungszug durch die Welt waren. Besonders hervorgehoben wurden die angebliche Grausamkeit der israelischen Armee und die Leiden ihrer Opfer.[8] Israels diplomatische und wirtschaftliche Verbindungen nach Westdeutschland spielten dabei eine wichtige Rolle, da die Polen die Bundesrepublik historisch als Feind betrachteten, als Bedrohung für die polnischen »wiedergewonnenen Gebiete«. Häufig wurden Parallelen zu den Methoden der Nazis hervorgehoben.[9]

Im ganzen Land verbreiteten zahlreiche große Demonstrationen die offizielle Interpretation des Konflikts und das damit verbundene Israelbild, während die Presse davon inspirierte Resolutionen und Leserbriefe druckte.[10] Parteifunktionäre stellten sorgfältig Materialien für diese öffentlichen Versammlungen zusammen und publizierten innerhalb weniger Tage nach Ausbruch des Krieges Flugblätter und Broschüren.[11] Darin wurde der historische Hintergrund zum Konflikt erklärt und Israel als verlässlicher Partner des Imperialismus und Bedrohung für den Sozialismus dargestellt.[12] Ein Schlüsselmoment der Kampagne war die öffentliche Rede des Ersten Sekretärs Władysław Gomułka am 19. Juni 1967 vor dem Kongress des Zentralrats der Gewerkschaften, in der er ein Bild Israels als Aggressor zeichnete und – was besonders fatal war – Polens Juden als potenziell verräterische Gruppe mit gespaltener Loyalität charakterisierte. Die gedruckte Version der Rede fand weite Verbreitung und wurde in Kundgebungen und Diskussionen überall im Land verwendet. Gomułkas Rede besiegelte die Darstellung Israels als Feind Volkspolens und, was noch mehr Sprengstoff barg, schürte das Misstrauen gegenüber jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern als gefährliche Agenten Israels. Diese Ansicht bedrohte all diejenigen, die Israel eher positiv gegenüberstanden, und förderte antisemitische Stimmungen unter Parteifunktionären und in der breiten Bevölkerung.[13]

Diese erste Phase hatte unmittelbare und tiefgreifende Folgen für die polnische Gesellschaft. Anfänglich waren die Reaktionen auf Israels Sieg im Sechstagekrieg durchaus geteilt. Viele Polen ließen ihre Unterstützung für Israel erkennen, vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil die Sowjetunion sich bei der Niederlage ihrer Verbündeten eine blutige Nase geholt hatte. Doch proisraelische Stimmen wurden rasch unterdrückt, als die PZPR ihre Positionen mit Wucht öffentlich verbreitete. Vor allem Gomułkas Rede löste in der Bevölkerung eine Welle der Unterstützung für die PZPR aus, weil sie an das seit Langem gehegte Misstrauen der nichtjüdischen Bürgerinnen und Bürger gegenüber ihren jüdischen Nachbarn anknüpfte.[14] Sicherheitsdienstmitarbeiter des Innenministeriums arbeiteten eifrig daran, die offizielle Linie durchzusetzen und Gehorsam zu erzwingen – aus ihrer Sicht waren sie erfolgreich.[15] In seinem Tagebuch notierte Mieczysław Rakowski, der scharfsinnige Herausgeber der führenden Zeitschrift Polityka, dass nach seinem Eindruck eine große Mehrheit Gomułkas Ansichten teilte. Der in der Rede enthaltene patriotische Appell in Verbindung mit den geäußerten Verdächtigungen gegenüber den polnischen Juden habe erheblich zur Vereinigung der Nation unter Führung der Partei beigetragen, wie er einige Monate später rückblickend festhielt.[16]

Israelfreundliche Äußerungen waren oft in der städtischen Intelligenzija und, wenig überraschend, von polnischen Juden zu vernehmen. Die Sicherheitsbehörden hatten ein wachsames Auge auf diese Personen. Viele Parteimitglieder und andere Polen begriffen diese Haltungen als Beweis für die Illoyalität gegenüber Volkspolen.[17] Eine erhebliche Anzahl Parteifunktionäre und gleichgesinnter Verbündeter wurde nicht müde, die Gefahr auszumalen, die Polen von Israel und dem internationalen Zionismus drohte. Gleichzeitig nutzten sie diese Bedrohung, um sich Reformen zu widersetzen und zu nationaler Einheit unter Führung der Partei gegenüber dem Feind aufzurufen.[18] Israel, der Zionismus und die polnischen Juden verschmolzen zu einer Art Super-Feind Polens.[19] Während die überhitzte Atmosphäre sich in den folgenden Monaten etwas abkühlte, riss in der Presse ein stetiger Strom von Artikeln nicht ab, die Verbindungen zwischen Israel, dem Zionismus und dem inneren Feind unterstellten.

Diese Kampagne fiel zusammen mit anderen Ereignissen im Winter 1968, als Parteifunktionäre die Aufführung des Stücks »Dziady« (Totenfeier) des Nationaldichters Adam Mickiewicz in Warschau verboten, weil es in ihren Augen antirussische Stimmungen fördere. Studenten und Intellektuelle protestierten und knüpften damit auch an die breitere Unzufriedenheit mit der PZPR an. Am 8. März 1968 begannen an der Universität Warschau Massenproteste, die bald das ganze Land erfassten. Die Partei unterband die Demonstrationen mit Gewalt und startete eine breit angelegte Propagandakampagne, um sie und ihre Reformaufrufe in Misskredit zu bringen.

Diese bekannten »Märzereignisse« bildeten den Auftakt zu einer monatelangen, raumgreifenden Kampagne, die behauptete, dass Israel, der Zionismus und ihre polnisch-jüdischen Unterstützer eine existenzielle Bedrohung für Polen seien.[20] Sie zielte auf die polnischen Juden, die als innere Feinde ausgemerzt werden müssten. Seit dem 11. März erschien eine Flut von Artikeln, während zeitgleich im ganzen Land Tausende Kundgebungen stattfanden, auf denen behauptet wurde, zionistische Agitatoren trachteten im Bündnis mit Israel und Westdeutschland danach, das sozialistische Polen zu unterwandern. Das entstehende März-Narrativ unterstellte, dass die meist jüdischen Verlierer der polnischen Oktoberreformen des Jahres 1956 nun versuchten, die Macht zurückzugewinnen, und dabei von ihren privilegierten Kindern sowie elitären Professoren und Künstlern unterstützt würden. Praktisch alle polnischen Juden und ihre vermeintlichen nichtjüdischen Verbündeten wurden als Bedrohung für die Nation hingestellt. Rakowski notierte, dass die Medienberichte dieser Zeit »Juden verunglimpfen und vom Gift des Antisemitismus und Hass triefen«.[21] Die meisten Polen schienen sich diese Darstellung Israels, des Zionismus und der polnischen Juden bereitwillig zu eigen zu machen; der Enthusiasmus, mit dem die Kampagne unterstützt wurde, war aufrichtig.[22] Am 19. März hielt Gomułka eine weitere programmatische Rede, noch bedeutsamer aber war die aufgeheizte Atmosphäre im Saal: Er war mit Parteiaktivisten gefüllt, die offenbar eine Menge Energie aus der antizionistischen Kampagne zogen und dabei halfen, sie im ganzen Land zu verbreiten.

Nach drei Monaten hatte Gomułka den Eindruck, dass die Kampagne aus dem Ruder lief, und begann zu bremsen. Sie hatte nicht nur offenen Antisemitismus legitimiert, sondern auch dazu geführt, dass viele polnische Juden ihre Karriere aufgeben mussten und ihre Arbeit verloren. In den kommenden Jahren entschieden sich über 11 000 von ihnen für die Emigration. Das neue Paradigma platzierte Israel, und in Verbindung damit die polnischen Juden und ihre vermeintlichen Verbündeten, im Zentrum einer zionistischen Verschwörung, die die polnische Nation bedrohte. Es öffnete den Raum für mehr und offeneren Antisemitismus. Und nicht zufällig trug es klar dazu bei, die Autorität und die Popularität der PZPR in der breiteren polnischen Bevölkerung zu stärken.

 

 

II. Die DDR bis 1967

 

Wie in Polen und anderswo im Ostblock war der Zionismus auch in der DDR in der offiziellen Propaganda der frühen 1950er-Jahre ein Feindbild.[23] Die mediale Berichterstattung über den Slánský-Prozess stellte Israel und den Zionismus in Zusammenhang mit dem amerikanischen Imperialismus und der Bedrohung durch den Kapitalismus dar. Eine Besonderheit des ostdeutschen Kontextes war die Weigerung der SED, Israel Reparationen zu zahlen, was auf der Behauptung gründete, sie habe den Nationalsozialismus ausgerottet und unterstütze Opfer des Faschismus im eigenen Land. Die BRD hatte kurz zuvor ein Reparationsabkommen mit Israel geschlossen und die ostdeutsche Presse versuchte, dieses Abkommen als Übereinkunft zwischen der westdeutschen und der israelischen Bourgeoisie schlechtzureden.[24] Aufgrund des Holocaust war die SED – damals und später – jedoch darauf bedacht, ihre vermeintlich klassen- statt rassenbasierte Kritik an Israel und dem Zionismus hervorzuheben und so zu versuchen, Antisemitismusvorwürfe abzuwehren.[25]

Wie in Polen ließen die Intensität und Häufigkeit einer solchen Rhetorik nach Stalins Tod etwas nach, sie flackerte jedoch hin und wieder erneut auf. Die israelische Beteiligung an der Suezkrise 1956 erregte große Aufmerksamkeit, da Israel mit dem französischen und britischen Imperialismus in Verbindung gebracht wurde. Nicht zufällig sollte diese weiträumige Propagandakampagne dabei helfen, von der zur gleichen Zeit stattfindenden sowjetischen Intervention in Ungarn abzulenken. Im folgenden Jahrzehnt hielt die negative Berichterstattung über Israel an, auch wegen der Versuche der DDR, die diplomatische Anerkennung arabischer Staaten und damit Legitimität auf der internationalen Bühne zu erlangen.

Mit dem Ausbruch des Sechstagekrieges wurde eine breit angelegte Medienkampagne zur Streuung eines wesentlich negativeren Israelbildes lanciert.[26] Die Artikel im SED-Zentralorgan Neues Deutschland (ND) waren besonders scharf und hoben das Bild Israels als unerbittlicher Aggressor hervor, der auf dem Schlachtfeld barbarische Akte verübte; viele zogen Vergleiche zu den Grausamkeiten der Nazis.[27] Stets machten die Berichte unmissverständlich klar, dass Israel eine imperialistische Macht sei, die den Interessen der USA und Westdeutschlands diente. Diese Länder hatten angeblich in großem Maßstab Kapital und Waffen nach Israel geliefert, um dort bürgerliche, chauvinistische Kreise zu unterstützen und zusammen einen »Brückenkopf des Imperialismus« bzw. die oft zitierte »Speerspitze der NATO« zu schaffen.[28] Ähnlich beantwortete das ND Mitte Juni 1967 Leserfragen in einer Kolumne, indem es Israels Sieg im Sechstagekrieg als Ergebnis hinterhältiger Taktiken darstellte und behauptete, Israels Wirtschaft werde vom Imperialismus dominiert.[29]

Wie in Polen mobilisierten SED-Funktionäre Parteimitglieder und gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger auf dem direkten Weg öffentlicher Versammlungen. Parteifunktionäre stellten detailliertes Material zusammen, das die israelische Aggression in einem breiteren imperialistischen Kontext verortete und die Verbindung zwischen Israel und Westdeutschland besonders hervorhob.[30] Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) organisierte Bildungsversammlungen und Solidaritätsaktionen, die sich bemühten, Israel als den mit dem amerikanischen und westdeutschen Imperialismus im Bunde stehenden Aggressor zu brandmarken. Auf diesen Versammlungen wurden Resolutionen, Telegramme und Solidaritätsbotschaften verfasst, die Israel für »grausame faschistische Methoden« verurteilten, und Spenden für arabische Länder gesammelt.[31] Wie Gomułka hielt auch Walter Ulbricht Mitte Juni 1967 eine wichtige, viel beachtete Rede zum Thema. Die Partei veröffentlichte eine Broschüre mit dem Ulbricht-Text sowie Informationen über die Geschichte des Konflikts, die Israel als aggressiv und imperialistisch darstellten.[32] Funktionäre berichteten, es habe angesichts des Einsatzes der Partei für die antiimperialistische Seite eine Welle der Unterstützung für die DDR und den Ostblock im Allgemeinen gegeben. Wie das Ministerium für Staatssicherheit notierte, hätte die Kampagne bei einer breiten Mehrheit der Bürger den erwünschten Effekt gehabt, obwohl auch gegensätzliche Ansichten existiert hätten.[33] Besonders bemerkenswert erschienen MfS und SED in ihren internen Berichten antisemitische Ausdrücke, die in aufgeheizter Atmosphäre gefallen waren.[34]

Trotz einiger abweichender Stimmen war die Kampagne der SED, die auf erprobten Botschaften aus beinahe zwei Jahrzehnten gründete, weithin erfolgreich. Dies ließ etwas später im Sommer eine (dem Anschein nach objektive) Umfrage zu Haltungen gegenüber dem Konflikt erkennen, die in sechs Leipziger und Dresdner Betrieben durchgeführt wurde. Etwa die Hälfte der Befragten stammte aus der Arbeiterschaft, ein Drittel arbeitete in leitenden Positionen und der Rest wurde der »Intelligenz« zugeordnet. Weniger als zehn Prozent der Befragten sympathisierten mit Israel, mehr als die Hälfte gaben Israel die Schuld an dem Konflikt.[35] Die harsche Darstellung Israels stellte einen wirksamen Schutzschild für die SED-geführte DDR dar, die sich in einem positiven Kampf aufseiten ihrer arabischen und blocksozialistischen Verbündeten engagierte. Diese weithin erfolgreichen Versuche der Partei, ihre Autorität zu behaupten, bedienten sich eines in der deutschen Kultur belasteten Symbols, indem sie häufig antisemitische Tropen anklingen ließen und dem Judenhass Räume eröffneten.

 

 

III. Polen nach 1968

 

Die Ereignisse der Jahre 1967/68 in Polen schufen die Voraussetzungen für negative Ansichten über Israel und die Juden im Spätsozialismus sowie darüber hinaus, denn das Vermächtnis und die Effekte der »Märzereignisse« 1968 erwiesen sich als langlebig und tiefgehend. Im öffentlichen Diskurs waren Israel, der Zionismus und die polnischen Juden zu einem gefährlichen Feind verschmolzen, der Polen bedrohte. Der PZPR war es gelungen, einen diplomatischen Gegenspieler in einen zugleich einheimischen und internationalen Feind zu verwandeln, gegen den sich die Polen unbedingt mobilisieren mussten. Der Umstand, dass nach den »Märzereignissen« so viele Juden emigriert waren, wurde groteskerweise als Beweis dafür angeführt, dass sie Polen gegenüber nicht loyal waren. Die Polen mussten daher unter Führung der Partei wachsam bleiben, um die Nation vor der Bedrohung aus dem In- und Ausland zu schützen. Die PZPR unterstützte damit weiterhin eine besondere Version des fremdenfeindlichen, polnischen Nationalismus, um die Bevölkerung hinter sich zu versammeln, Forderungen nach Reformen zu widerstehen und Kritik für eigene Fehler abzuwehren.

In den Jahren 1967/68 wurde im Rahmen der breiten Kampagne eine Reihe von Büchern veröffentlicht, die Israels Aggression, seine Verbindungen nach Westdeutschland und zum Imperialismus hervorhoben und Theorien des Zionismus sowie seine Bedrohung für Polen ausarbeiteten. Diese Bücher bildeten über Jahre die Basis für ideologische Auseinandersetzungen. Die meisten Texte zu diesem Thema verfasste Tadeusz Walichnowski, ein Parteifunktionär, der eine Handvoll Bücher mit hohen Auflagen veröffentlichte, darunter Izrael a NRF (Israel und die BRD), Izrael-NRF a Polska (Israel – BRD und Polen), Syjonizm a państwo żydowskie (Zionismus und der jüdische Staat) und Wokół agresji Izraela (Über die israelische Aggression).[36] Die Bücher wurden häufig und positiv in der Presse und im Fernsehen besprochen, wurden exzerpiert und dienten anderen Autorinnen und Autoren als Quellenmaterial. Sie waren rasch ausverkauft, was zahlreiche Neuauflagen erforderlich machte, und produzierten sogar Fanpost.[37]

Obwohl es schwierig ist, Rezeption zu messen, insbesondere in einer autoritären Diktatur, hat es doch den Anschein, dass die Propagandakampagne einen erheblichen Effekt auf die polnische Bevölkerung hatte. Eine Analyse der Leserbriefe an die führende Wochenzeitschrift Polityka vom Frühling 1968 ergab, dass die meisten Leserbriefschreiberinnen und -schreiber das Gefühl hatten, Israel habe die Studentenproteste vom März 1968 mit inspiriert, auch aufgrund einer allgemeinen Feindseligkeit gegenüber Volkspolen. Für die Zwischenkriegszeit typische antisemitische Stereotype waren wieder aufgetaucht, was im Nachkriegspolen eine relativ neue Entwicklung war, und es wurde allgemein angenommen, dass Juden und Zionisten identisch seien. Die polnischen Juden wurden für ein breites Spektrum von Problemen in der polnischen Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart verantwortlich gemacht. Leserbriefe, die inhaltlich mit der neuen öffentlichen Darstellung übereinstimmten, waren namentlich unterzeichnet, während die wenigen, die nicht mit ihr übereinstimmten, im Allgemeinen anonym blieben – ein erhellender Hinweis darauf, was nun als akzeptabel galt und was nicht.[38]

Als Gomułka bemerkte, dass die Pressekampagne im Spätfrühling 1968 außer Kontrolle geraten war, begann er zu intervenieren. Am 24. Juni belegte er den Begriff »Zionismus« in der Presse mit einem Bann, allerdings verschwand dieser keineswegs sofort. Ein einflussreicher Artikel in Życie literackie aus dem Jahr 1970 versuchte zum Beispiel die immer noch frischen Brüche vom März 1968 und die noch frischeren des Prager Frühlings als ein Werk von Zionisten zu erklären, die mit den Imperialisten daran arbeiteten, den Sozialismus zu unterwandern.[39] Die erwähnten Bücher zirkulierten weiterhin, andere kamen hinzu. 1970 wurden Übersetzungen von zwei einflussreichen sowjetischen Arbeiten in Polen veröffentlicht. Eine Neuauflage des zuerst 1960 erschienenen Państwo Izrael (Der Staat Israel) brachte frühere Thesen über Israel als imperialistische Schöpfung, über die Gefahren des Zionismus und über die schrecklichen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen im Land auf den neuesten Stand.[40] Noch schriller war der Antisemitismus in Juri Ivanovs Uwaga: Syjonizm! (Achtung: Zionismus!), das in einer Auflage von 20 000 Exemplaren erschien und Juden überall als Feinde des Kommunismus etikettierte. Zionisten wurden als Chauvinisten und Rassisten gezeichnet, die in einer allumfassenden weltweiten Verschwörung nach der Weltherrschaft strebten.[41] 1975 erschien Syjonizm—Teoria i Praktyka (Zionismus – Theorie und Praxis), ein weiteres einflussreiches sowjetisches Werk, das von einer Gelehrtengruppe stammte, in polnischer Übersetzung.[42] Auch hier wurde der Zionismus als mit verschwörerischen und ruchlosen Methoden nach der Weltherrschaft strebend dargestellt; die USA wären mit den Zionisten im Bunde, um die Sowjetunion und ihre Verbündeten zu stürzen. Ein bemerkenswerter Unterschied zwischen den zitierten sowjetischen und den polnischen Büchern besteht in der Gewichtung der Ziele: Stehen die Sowjetunion und der Kommunismus in ersteren Bänden im Mittelpunkt, ist es in letzteren wesentlich häufiger die polnische Nation.[43]

Allgemeines Misstrauen herrschte gegenüber den polnischen Juden auch nach 1968. Ihre Überwachung, die 1967/68 intensiviert worden war, wurde weiter fortgeführt, sie fokussierte sowohl diejenigen Juden, die in Polen blieben, als auch jene, die ausgewandert waren.[44] Noch im Jahr 1972 fürchteten Funktionäre des Innenministeriums, dass Juden, die ihre wahre Identität versteckt hatten, in Polen in einflussreichen Positionen verblieben sein könnten und eine Bedrohung darstellten.[45] Im Zusammenhang mit dem Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 lehnte es der Erste Sekretär der Polnischen Arbeiterpartei Edward Gierek allerdings ab, den Konflikt für sich zu nutzen und die Polen zu mobilisieren, wie es die Parteiführer fünf Jahre zuvor noch getan hatten. Der Grund dafür mag in der relativen ökonomischen Prosperität und der entsprechenden Unterstützung seiner Regierung in der Bevölkerung gelegen haben. Mieczysław Rakowski gab zu bedenken, dass es schlicht nicht notwendig war, weil »antiisraelische, d. h. antijüdische Stimmungen kaum noch stärker angestachelt werden könnten, so weit sind sie in Partei und Nation verbreitet«.[46] Auch die weiterhin in Polen lebenden Juden bestätigten die Effekte der Kampagne von 1968. Sie stellten fest, dass junge, nichtjüdische Polen antisemitischer aufträten als frühere Generationen.[47] Nach dem Jom-Kippur-Krieg kam eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung zu dem Ergebnis, dass nur ein Prozent der Befragten der Ansicht war, Israel verdiene Sympathie, während sich mehr als 50 Prozent auf die arabische Seite stellten; weitere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen.[48]

Die machtvollen symbolischen Bilder sollten sich nur ein paar Jahre später als enorm nützlich erweisen, als Giereks Wirtschaftsreformen ins Wanken gerieten und die PZPR durch eine breite Streikbewegung und wachsende Opposition herausgefordert wurde: zunächst 1976 durch das Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (Komitet Obrony Robotników, KOR) und anschließend ab 1980 durch die Solidarność. Parteifunktionäre bezichtigten ihre Gegenspieler, sie seien Juden und würden mit zionistischen Feinden der polnischen Nation gemeinsame Sache mache.[49] Expliziter Zionismus kam weiterhin besonders in internen Parteidokumenten zum Ausdruck, während ganz generell Verdächtigungen gegen die angeblich elitären polnischen Juden vorgebracht wurden, die Schuld an stalinistischen Verbrechen hätten, Polen ungerechterweise des Antisemitismus anklagten und die polnische Nation verleumdeten.[50]

Besonders der Aufstieg der Solidarność in den frühen 1980er-Jahren wurde von zahlreichen Publikationen begleitet. Sie stellten die antijüdischen Symbole in den Dienst der Aufrechterhaltung des autoritären Regimes und versuchten sie gegen jene zu mobilisieren, die für Reformen eintraten. Einige dieser Bände erschienen in Staatsverlagen, während andere von der Untergrundpresse verlegt, aber scheinbar stillschweigend toleriert wurden. Manche belebten die »Märzereignisse« im Licht neuerer Kämpfe wieder: Bemerkenswert war der Titel Marzec 1968: Nieudana próba zamachu stanu (März 1968. Erfolgloser Versuch eines Coup d’État), der polnische Reformer als Gegner der Nation angriff.[51] Besonders aktiv in der Verbreitung antisemitischer Ideen war die staatlich finanzierte Zjednoczenie Patriotyczne Grunwald (Patriotische Vereinigung Grunwald), die sich auf viele der Publizisten vom März 1968 stützte. Sie trat in ihren Wochenzeitschriften und Tageszeitungen für einen autoritären, nationalistischen Staat ein und half darüber hinaus bei der Publikation von Judeopolonia. Nieznane karty historii PRL (1944 – 1981) (Judeopolonia. Unbekannte Episoden in der Geschichte Volkspolens [1944 – 1981]), das stark an antisemitische Texte der Zwischenkriegszeit erinnerte.[52] Verbindungen zur »Patriotischen Vereinigung Grunwald« wies auch der Band Doświadczenie bez Przyszłości (Erfahrung ohne Zukunft) auf. Er enthielt eine Version der polnischen Nachkriegsgeschichte, der zufolge Juden die Herrschaft im Land an sich bringen wollten, und machte sie für alle Probleme und Fehlentwicklungen verantwortlich.[53] Parteiverlage veröffentlichten in den 1980er-Jahren sogar Auszüge aus den Protokollen der Weisen von Zion.[54]

Im Verlauf der 1970er- und frühen 1980er-Jahre war Israel zugunsten verworrener Beschwörungen von Juden und Zionisten als Feinde der polnischen Nation in den Hintergrund getreten. Einige Parteifunktionäre begannen, engere Beziehungen zu Israel in Betracht zu ziehen, um Wirtschaftshilfe aus dem Westen zu bekommen.[55] Auf unterer Ebene wurden 1986 diplomatische Kontakte wiederhergestellt, und der polnische Staatsratsvorsitzende Wojciech Jaruzelski kündigte 1988 die Aufnahme voller Beziehungen an, was schließlich im Frühjahr 1990 umgesetzt wurde. Bemerkenswert war auch, dass das Zentralkomitee der PZPR 1988 eine vorsichtige Neubewertung der »Märzereignisse« vorschlug, was teilweise an die Presse gelangte.[56]

 

 

IV. Die DDR nach 1967

 

Im Gegensatz zu Polen richtete sich das Hauptaugenmerk in der DDR nach 1967 weiterhin auf ein aggressives und imperialistisches Israel, auch wenn dessen Rolle in einem breiteren zionistischen Netz weiter ausgearbeitet wurde. Der Staat Israel blieb ein zentrales Feindbild der DDR und ihrer Konzeption von einer sozialistischen Welt. Dies erlaubte es der SED, weiterhin auf eine bestimmte nationale Identität abzuheben, indem sie die DDR in Bezug auf diesen Feind definierte. Den Fokus auf einen staatlichen Akteur nutzten führende SED-Funktionäre gleichzeitig dazu, Vorwürfe des Antisemitismus abzuwehren. Die Antipathie gegenüber Israel half der SED zudem in ihrem Streben nach Anerkennung und Legitimität auf der internationalen Bühne mittels enger diplomatischer Beziehungen zu arabischen Ländern.

Die SED versuchte, ihre Sicht Israels unter den Mitgliedern der Partei und der Massenorganisationen breiter zu streuen. Ein stetiger Strom von Materialien ergoss sich in die Kanäle der Parteiorganisationen und hob Israels aggressive Natur und die schädlichen Ziele des Imperialismus und Zionismus hervor.[57] Ein repräsentatives Beispiel für solche Dokumente ist ein außerordentlich umfangreiches, im Jahr 1970 für die Deutsch-Arabische Gesellschaft der DDR vorbereitetes Arbeitspapier, das sich an den Diskurs der vorangegangenen drei Jahre anzuknüpfen bemühte. Es stellte Israel als Kernelement des amerikanischen und westdeutschen Imperialismus dar, das unablässig mit aggressiven Handlungen beschäftigt sei.[58] Ein weiteres typisches Beispiel stellte der in Umlauf gebrachte Nachdruck eines Artikels aus der Zeitschrift Horizont dar, der Israels angeblich weitreichende Verbindungen zu den USA und Westdeutschland thematisierte und wiederholt die »Brutalität der zionistischen Militaristen« beschwor.[59]

Die ostdeutsche Presse veröffentlichte weiter regelmäßig Artikel über Israel. Die Zeitschrift Horizont, eine »sozialistische Wochenzeitung für internationale Politik und Wirtschaft«, mit einer regelmäßigen Auflage von Zehntausenden Exemplaren, enthielt im Durchschnitt ein- oder zweimal im Monat Artikel über Israel. Texte und Cartoons konzentrierten sich auf aggressive Akte Israels gegen seine Nachbarn, auf regelmäßige Beschwörungen von »zionistischem Fanatismus«, enge Verbindungen mit Westdeutschland, das aggressive Wesen des Zionismus und Bezüge und Parallelen zwischen Zionismus und Nationalsozialismus.[60] Auch das Neue Deutschland berichtete regelmäßig und druckte sowohl Texte theoretischer Natur, wie den Reprint eines Prawda-Artikels mit dem Titel »Der Zionismus—eine Abart des Chauvinismus und Rassismus«, als auch solche mit tagesaktuellem Bezug, wie die Artikel auf der Titelseite im September 1972, die das israelische Bombardement des Libanon verurteilten und Proteststimmen aus der DDR-Bevölkerung enthielten.[61]

Diese Darstellung Israels wurde im Kontext des Jom-Kippur-Krieges in der DDR im Oktober 1973 noch umfangreicher heraufbeschworen – in scharfem Gegensatz zur relativen Zurückhaltung in Polen. Die Propagandakampagne von 1973 war in vielerlei Hinsicht eine ähnlich lautstarke Wiederholung derjenigen des Jahres 1967, allerdings mit einigen schärferen Tönen. Nicht lange nach Kriegsbeginn beschloss das Politbüro eine breite Medienkampagne sowie großflächig Protestversammlungen. Wie schon sechs Jahre zuvor wurde erneut Israels Rolle als »Speerspitze« des Imperialismus im Nahen Osten herausgestellt, wobei der Fokus nun stärker auf die Rolle des Zionismus als reaktionäre, imperialistische, gegen den Sozialismus gerichtete Ideologie gelegt wurde.[62] Trotz des arabischen Überraschungsangriffs stellte die ostdeutsche Presse Israel aufgrund seiner angeblichen Eroberungs- und Gewaltpolitik als Aggressor hin.[63] Die Zeitschrift Horizont stimmte ein und veröffentlichte ein regelrechtes Trommelfeuer an Artikeln; ein typischer Text bezeichnete die Israelis als perfide, skrupellos und barbarisch.[64] Der Erste Sekretär des ZK der SED Erich Honecker schloss sich dieser Sicht in einer wichtigen Rede vor den Sekretären der SED-Kreisleitungen ebenso unmissverständlich an wie in einem Interview mit dem Neuen Deutschland, in dem er Israel als »imperialistischen Aggressor« brandmarkte.[65]

Am 1. November 1973 fand in Berlin eine große Demonstration statt, die zur Solidarität gegen die »israelischen Aggressionstruppen« aufrief.[66] An ihr nahmen leitende Parteifunktionäre, ausländische Gäste sowie Hunderte DDR-Bürgerinnen und -Bürger teil. Schon in den Wochen zuvor hatte es eine Vielzahl ähnlicher kleinerer Demonstrationen und Protestresolutionen in Städten und Betrieben überall in der DDR gegeben, in denen Berichten zufolge Millionen gewöhnlicher Bürgerinnen und Bürger in Tausenden Versammlungen die israelische Aggression verurteilt hatten.[67] So unterzeichneten etwa 20 000 Arbeiter der Industriegewerkschaft Wismut insgesamt 982 Protestresolutionen, die Israel und den Imperialismus verurteilten und die Selbstverpflichtung enthielten, zur Unterstützung des Friedens mehr zu arbeiten.[68] Funktionäre des Kulturbundes verurteilten Israel in ähnlichen Worten, bemerkenswert war dabei vor allem die Formulierung von der »ständige[n] Aggression der zionistischen Machthaber«.[69] Die Stasi überwachte die Stimmung in der Armee genau und fand breite Übereinstimmung mit der offiziellen Linie, trotz gelegentlich anklingender Unterstützung für Israel sowie antisemitischer Kommentare, die darüber lamentierten, dass Hitler nicht alle Juden umgebracht habe.[70] Insgesamt betrachtet war die öffentliche Darstellung und die offiziell verlautbarte Rezeption die einer Welle antiisraelischer und antizionistischer Einmütigkeit.

Anlässlich der antizionistischen Kampagne der Sowjetunion Mitte der 1970er-Jahre, eine Reaktion auf Anträge jüdischer Bürgerinnen und Bürger, nach Israel ausreisen zu dürfen, verurteilte die SED Israel und den Zionismus erneut mit harten Worten.[71] 1975 stimmte die DDR der UN-Resolution 3379 zu, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzte. Erneut erschienen eine Reihe von Presseartikeln, die diese These untermauerten.[72] Die Berliner Zeitung zitierte einen Leserbrief, in dem die Redaktion gefragt wurde, was Zionismus überhaupt sei, denn »jetzt wird so viel über den Zionismus gesprochen«. Die Erklärung ging auf die angeblich rassistischen Elemente des Zionismus, auf Israels aggressive Aktionen gegenüber seinen Nachbarn und auf die Kooperation der israelischen Bourgeoisie mit dem Imperialismus ein ‑ und ließ sogar eine Kooperation von Zionisten und Nationalsozialisten anklingen.[73] Als Beleg dafür, wie wichtig der SED eine einheitliche Linie bezüglich des Zionismus war, kann der Versuch der Stasi gelten, eine relativ milde Äußerung von Dissens evangelischer Bischöfe zu unterbinden.[74]

SED-Funktionäre versuchten die israelische Operation im Juli 1976, mit der in Entebbe (Uganda) festgehaltene Geiseln befreit werden sollten, als »blutigen Überfall« zu deuten, der sich nahtlos in ein seit Langem etabliertes Muster aggressiver Aktionen fügte.[75] Gleichzeitig wurde versucht, das Ereignis herunterzuspielen. Es bestand die Sorge, es könne positiv aufgenommen und gefeiert werden, was die offizielle Linie bezüglich Israel geschwächt hätte – eine Sorge, die zumindest teilweise berechtigt war, da in Berichten über die Stimmung in der Bevölkerung von Zustimmung zur Aktion der Israelis die Rede war.[76] Die Berichterstattung über bedeutende Staatsbesuche, etwa des syrischen Staatspräsidenten Hafiz al-Assad 1978 und des Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat 1982 in Berlin, enthielt – wenig überraschend – negative Bezugnahmen auf Israel und den Zionismus.[77] Die Regierung des rechtsgerichteten Likud-Blocks 1977 war Anlass, das negative Image Israels weiter einzutrüben; der israelisch-ägyptische Friedensvertrag von 1979 wurde als imperialistisches Manöver dargestellt.[78]

Während des Libanonkrieges 1982 erreichten die Schmähungen einen letzten Höhepunkt. Führende SED-Politiker bemühten sich, sie unter das Parteivolk zu bringen, damit dieses sie anschließend über die Medien und Versammlungen der breiteren Bevölkerung vermittelte.[79] Ein Großteil der Juni-Ausgaben der Zeitschrift Horizont war Berichten und Fotografien gewidmet, die die »Blutspur des Aggressors« dokumentierten und historische Überblicke über israelische Verbrechen enthielten. Es wurden Parallelen zum Nationalsozialismus gezogen, denen zufolge Israel angeblich einen »Ausrottungskrieg« führte, sich auf einem »Vernichtungsfeldzug« befand und die »Liquidierung der Palästinenser als Volk« betrieb.[80] Das Neue Deutschland enthielt ähnliche Artikel und Bilder, darunter einen Text mit dem Titel »In Hitlers Fußstapfen«. Auf tendenziöse Weise schob das Blatt die alleinige Verantwortung für das Massaker von Sabra und Schatila Israel zu, verbunden mit dem Vorwurf des Völkermords.[81]

In den frühen 1980er-Jahren gab es in der DDR einen stetigen Strom offizieller Bücher und Broschüren über Israel, die die herrschende Darstellung verfestigen sollten. Eine regelmäßige Serie kurzer Broschüren wurde vom Solidaritätskomitee der DDR veröffentlicht, darunter »Der anti-imperialistische Befreiungskampf des Palästinensischen Volkes«, in dem Israel als Teil einer längeren und breiteren Geschichte sowohl von imperialer Herrschaft als auch von »Terror und Vertreibung« gedeutet wurde.[82] Der Autor, der stellvertretende Chefredakteur der Wochenpost, Klaus Polkehn, veröffentlichte eine weitere Schrift, die »zionistische Führer« in einem »Blitzkrieg« wähnte, in dem sie sich »alltäglichen Terrors« und »willkürlicher Haft und Folter« bedienten, um die Palästinenser zu unterjochen und zu vertreiben.[83] Ein Teil der Reiseliteratur und anderer Analysen bot im Verlauf des Jahrzehnts eine etwas nuanciertere Sicht, hielt sich aber im Großen und Ganzen an das übliche Paradigma.[84]

Befördert von Gorbačёvs Aufstieg begann sich das Israel-Bild langsam zu wandeln. Führende DDR-Politiker bemühten sich um Kontakte mit Israel, einerseits aus ökonomischen Gründen, andererseits um die Beziehungen mit dem Westen zu verbessern. Nach und nach begannen sie ihre Sprache zu mäßigen. Ostdeutsche Presseberichte verwiesen nun auf die Friedensbewegung in Israel, deuteten also immerhin eine komplexere politische Realität vor Ort an. 1983 reisten die Sängerin Lin Jaldati und ihr Ehemann, der Musikwissenschaftler Eberhard Rebling, nach Israel auf Konzerttour und veröffentlichten nach ihrer Rückkehr einen positiven Artikel; in den folgenden Jahren kehrten sie immer wieder dorthin zurück.[85] In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts folgten weitere politische, kulturelle und religiöse Austauschaktivitäten, die jedoch von einer sehr kritischen Berichterstattung über Israels Umgang mit der Intifada begleitet wurden, was dazu beitrug, das negative Image Israels über 1989 hinaus aufrechtzuerhalten.[86] Tatsächlich übte ein von der FDJ 1989 verbreitetes Pamphlet wegen ihres »eindeutig aggressiven, expansionistischen, rassistischen und damit imperialistischen Charakters« vernichtende Kritik an der israelischen Bourgeoisie und am Zionismus.[87] In den letzten Monaten der DDR erkannte das ostdeutsche Parlament mit Verspätung die historische deutsche Verantwortung für den Holocaust an und widerrief die Zustimmung der DDR zur UN-Resolution 3379 von 1975, die Zionismus mit Rassismus gleichgesetzt hatte.[88]

 

 

V. Fazit

 

Im Spätsozialismus waren sowohl in Polen als auch in der DDR Bilder von Israel, dem Zionismus und den Juden, die 1967/68 miteinander verschmolzen, ein zentrales Mittel, um die Bevölkerung zu beeinflussen und zu mobilisieren. PZPR und SED nutzen diese Bilder, um in dieser Zeit, in der die ideologische Anziehungskraft des Kommunismus im Schwinden begriffen war, eine bestimmte Art von nationaler Identität zu schaffen und zu fördern. Diese antiisraelischen und antizionistischen Appelle enthielten wesentliche Elemente des Antisemitismus. Die Fokussierung auf diesen umgeformten und zugleich traditionellen Feind diente dazu, von den Fehlern der Partei abzulenken. Gleichzeitig war damit ein Sündenbock gefunden, der die Autorität und Legitimität der Partei zu konsolidieren half. SED und PZPR hatten damit Erfolg, weil sie die Medien und den öffentlichen Raum beherrschten – und natürlich weil sie in der Lage waren, jene zu bestrafen, die gegensätzliche Botschaften zu verbreiten versuchten. Ihre Vorstellung von Israel und dem Zionismus stieß bei den Menschen in Polen und der DDR auf ein positives Echo: Sie waren darauf vorbereitet, ihre Länder als von äußeren Feinden bedroht anzusehen. In dieser Hinsicht funktionierte das Bild von einer angeblich von einem Bündnis zwischen Westdeutschland, Israel und dem Zionismus ausgehenden Bedrohung in Polen hervorragend, aber auch in großen Teilen der DDR. Und die Konzentration auf einen staatlichen Akteur, auf Israel als Verbündeten der kapitalistischen Welt und Widersacher der kommunistischen, wirkte wie ein Abwehrschirm, der das indirekte Schüren des Antisemitismus, dieses seit langer Zeit existierenden mächtigen Vorurteils, verschleierte.

Zwischen Polen und der DDR gab es aber auch bedeutende und erhellende Unterschiede im Israelbild und seiner Entfaltung. In der DDR wurde die Bedrohung im Großen und Ganzen als eine von außen konstruiert. Die SED stellte sich selbst als Führerin einer antifaschistischen und antiimperialistischen Nation dar, die Teil des mächtigen sozialistischen Ostblocks war und eine bessere Welt aufbaute. Israel bot einen nützlichen Kontrast als Teil eines imperialistischen Bündnisses, das Feinde wie die USA und Westdeutschland einschloss, die alle aktiv den Sozialismus untergruben und angeblich die Sache des Friedens und der Gerechtigkeit durchkreuzten. Israel selbst war ein Schlüsselakteur in einem wichtigen Teil der Welt, in dem der Ostblock nach größerem Einfluss strebte und den Westen zurückzudrängen versuchte. Die arabischen Verbündeten des Ostblocks wurden als fortschrittlich charakterisiert, auf dem Weg in den Sozialismus, wie es im Übrigen die ganze Welt sein sollte – und Israel hielt sie auf. Für die SED war das Streben nach diplomatischer Anerkennung der DDR durch die arabischen Länder ein Kernelement ostdeutscher Außenpolitik, insofern sich ihre Vertreter darum bemühten, die Hallstein-Doktrin zu durchbrechen und internationale Legitimität zu erlangen. Unterstützung der Araber im Allgemeinen und der Palästinenser im Besonderen war daher ein wesentlicher Grundsatz der ostdeutschen Variante des Sozialismus und seiner Diplomatie. In diesem Sinne unterhielt die DDR besonders herzliche Beziehungen zu Jassir Arafat und der PLO. Natürlich hatte sie eine komplexere Vergangenheit und Gegenwart und konnte sich dem Nationalismus nicht in derselben Weise hingeben, wie es Polen möglich war.

Mit seiner Konzentration auf Israelbilder hat sich der vorliegende Artikel nicht direkt mit der breiteren Debatte über die Beziehung zwischen Antisemitismus und kommunistischer Ideologie beschäftigt, kann im Ergebnis aber dennoch bestätigen, dass antisemitische Tropen sowohl in der DDR als auch in Polen – maskiert als antiisraelische Stimmungen – in Umlauf waren.[89]

Die PZPR vertrat eine offenere, gradlinigere nationale Tradition und viele Funktionäre waren der Ansicht, dass sie antisemitische Metaphern mit weniger Konsequenz und größerer Wirksamkeit heraufbeschwören konnten. Israel diente 1967/68 als wichtiges Ausgangssymbol, insofern es eindeutig ein diplomatischer und ideologischer Feind war, gegen den die Partei mobilisieren konnte. Viele Polen, egal ob sie der PZPR angehörten oder nicht, nahmen die Gelegenheit gerne wahr, Israel mit den polnischen Juden und dem Zionismus in Verbindung zu bringen und das polnische Nationalgefühl gegen jene in Stellung zu bringen, die angeblich danach strebten, ihrer Nation Schaden zuzufügen. Israel fungierte eher als Bindeglied zu einer einheimischen Bedrohung, insofern seine vermeintlichen Sympathisanten oder Agenten – polnische Juden – angeblich die polnische Nation untergruben. Die PZPR zog die Bürgerinnen und Bürger auf ihre Seite, indem sie behauptete, Israel und seine Agenten stellten eine zugleich innere wie äußere Gefahr dar, beschwor antisemitische Tropen häufiger und offener, als dies in der DDR geschah, und griff zuweilen auch direkt auf die Sprache der Zwischenkriegszeit zurück.

Die Israel-Bilder in beiden Ländern verloren auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989/90 nicht an Einfluss. Sowohl in der DDR als auch in Polen haben insbesondere nationalistische und populistische Bewegungen antisemitische Tropen in ihrer politischen Ansprache mobilisiert. Die Alternative für Deutschland (AfD), zeitweise drittstärkste Kraft im deutschen Parlament, ebenso wie die Partei Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit, PiS), eine der beiden in den letzten zwei Jahrzehnten dominierenden Parteien in Polen und seit 2015 fest an der Macht, fördern rechtsgerichteten Nationalismus und streben einen autoritäreren Staat an. So wird George Soros beispielsweise von beiden Parteien oft in nur schlecht verhüllten antisemitischen Äußerungen als Bedrohung für das polnische oder das deutsche Volk bezeichnet.[90] Auch wenn die spätsozialistischen Jahrzehnte in beiden nationalen Kontexten jeweils nur einen Teil einer langen antisemitischen Tradition ausmachen, trug diese Ära sicherlich zur weiteren Fortschreibung des Antisemitismus und einer bestimmten Vision des autoritären Nationalismus bei. Aus einer anderen Perspektive betrachtet, hat die diskreditierte, heftige und tendenziöse Kritik an Israel und dem Zionismus in der kommunistischen Ära wohl auch dazu beigetragen, die Entwirrung von berechtigter Israelkritik und Antisemitismusvorwürfen zu erschweren.

 

Aus dem Englischen übersetzt von Marcel Streng

 


[1] Siehe insbesondere Katherine Verdery: National Ideology Under Socialism: Identity and Cultural Politics in Ceausescu’s Romania, Berkeley 1991.

[2] Balázs Trencsényi u. a.: A History of Modern Political Thought in East Central Europe, Bd. II, Teil II, Oxford 2018, S. 27. Ich verwende den Ausdruck »Spätsozialismus« hier zur geläufigen Kennzeichnung der Periode zwischen den späten 1960er-Jahren und 1989.

[3] Siehe Bożena Szaynok: Z historią i Moskwą w tle. Polska a Izrael, 1944–1968 [Im Schatten der Geschichte und Moskaus. Polen und Israel, 1944–1968], Warsaw 2007, S. 125–128 (engl. Fassung: Poland-Israel 1944–1968: In the Shadow of the Past and of the Soviet Union, Warsaw 2012). Für eine ausführlichere Diskussion dieser frühen Periode siehe David G. Tompkins: Imagining Israel before and during the March Events, 1967–68, in: Jewish History Quarterly (Juni 2019), H. 2, S. 473–493.

[4] Siehe Paweł Machcewicz: Antisemitism in Poland in 1956, in: Polin (1996), H. 9, S. 170–183.

[5] Siehe verschiedene Dokumente: Archiwum Instytutu Pamięci Narodowej/Archiv des Instituts für nationales Gedenken (im Folgenden: AIPN), BU 0236/140, v. 1; Izrael, AIPN, BU 1585/2957, S. 1–93.

[6] Siehe besonders Dariusz Stola: Kampania antysyjonisticzna w Polsce 1967–1968 [Die antizionistische Kampagne in Polen, 1967–1968], Warsaw 2000.

[7] Siehe Mieczysław Rakowski: Dzienniki polityczne, 1967–68 [Politische Tageücher, 1967–68], Warsaw 1999, S. 64.

[8] Siehe Trybuna Ludu, Artikel vom 6.–16. Juni 1967, abgedruckt in: Szaynok: Z historią (Anm. 3), S. 400 f.

[9] Ebd., S. 416.

[10] Siehe Anna Barbara Jarosz: Marzec w prasie [März in der Presse], in: Marcin Kula/Piotr Osęka/Marcin Zaremba (Hg.): Marzec 1968. Trzydzieści lat później [März 1968. Dreißig Jahre danach], Warschau 1998, S. 103.

[11] Siehe Informacja Nr. 22/a/4320, 20. Juni 1967, Archiwum Akt Nowych/Archiv neuer Akten (im Folgenden: AAN), KC PZPR, 237/XXII-5224, S. 100 f.

[12] Siehe O Konflikcie na Bliskim Wschodzie [Über den Nahostkonflikt], AAN, KC PZPR, 237/VIII-855.

[13] Siehe Przemówienie na VI Kongresie Związków Zawodowych [Rede auf dem 6. Kongress der Gewerkschaften], AAN, KC PZPR, 237/VIII-855.

[14] Siehe Informacja Nr. 11/K/67, Warsaw, 11. Juli 1967, und Informacja Nr. 4/K/1967, 21. Juni 1967, AAN, KC PZPR, 237/XXII-5225, S. 57 und 19; Informacja Nr. 26/A/4324, Warschau, 22. Juni 1967, AAN, KC PZPR, 237/XXII-5224, S. 109.

[15] Informacja Nr. 3 dot. nastrojów i wypowiedzi w związku z konfliktem na Bliskim Wschodzie [Information Nr. 3 betreffend die Stimmungen und Stellungnahmen bezüglich des Konflikts im Nahen Osten], 7. Juni 1967, AIPN BU 1585/4449, S. 5; Informacja Nr. 29 dot. nastrojów i wypowiedzi w związku z konfliktem na Bliskim Wschodzie [Information Nr. 29 betreffend die Stimmungen und Stellungnahmen bezüglich des Konflikts im Nahen Osten], 21. Juli 1967, ebd., S. 10; Notatka informacjyna o nastrojach i komentarzach wystepujacych w korespondencji zagranicznej, w związku z konfliktem na Bliskim Wschodzie (za okres od dnia 6 do 22.VI.1967) [Informationsbericht über die Stimmungen und Kommentare aus dem Briefverkehr mit dem Ausland bezüglich des Konflikts im Nahen Osten (im Zeitraum vom 6. bis zum 22. Juni 1967)], Warschau, 26. Juni 1967, AIPN BU 1585/103, S. 141; Protokol Nr. 002.67 z posiedzenia Kolegium do Spraw Operacyjnych MSW w dniu 28.6.67 [Protokoll Nr. 002.67 der Sitzung des Rates für operative Angelegenheiten des MSW], ebd., S. 160; Informacja dot. odgłosów na temat konfliktu na BW [Information über Meinungen zum Thema des Konflikts im Nahen Osten], Wrocław, 8. Juni 1967, AIPN BU 0648/15, S. 20. Siehe auch AIPN, 1976, S. 30, 45.

[16] Rakowski: Dzienniki (Anm. 7), S. 74, 131.

[17] Siehe Notatka danych liczbowych osób, które w okresie konfliktu na BW zajęły postawe proizraelskie [Datenvermerk über die Zahl der Personen, die während des Konflikts im Nahen Osten proisraelische Positionen einnahmen], 31. August 1967, AIPN, BU 01288/29, S. 207.

[18] Siehe insbesondere Stola: Kampania antysyjonisticzna (Anm. 6) und Jerzy Eisler: Polski rok 1968 [Das polnische Jahr 1968], Warschau 2006.

[19] Siehe Piotr Osęka: Syjoniści, inspiratorzy, wichrzyciele [Zionisten, Hetzer, Unruhestifter], Warschau 1999, S. 53.

[20] Die Literatur zu den »Märzereignissen« ist umfangreich. Zusätzlich zu den in den beiden vorigen Fußnoten erwähnten Monografien siehe besonders Piotr Osęka: Marzec ´68 [März ´68], Krakow 2008; Szaynok: Z historią (Anm. 3); ders.: Israel in the Events of March 1968, in: Polin (2009), H. 21, S. 150–158; Ingo Loose: 1968: Antisemitische Feindbilder und Krisenbewusstsein in Polen, in: Silke Satjukow/Rainer Gries (Hg.): Unsere Feinde: Konstruktion des Anderen im Sozialismus, Leipzig 2004, S. 481–502.

[21] Rakowski: Dzienniki (Anm. 7), S. 169–172.

[22] Siehe viele Briefe und Resolutionen: AAN, KC PZPR, 237/V/749; siehe auch Stola: Kampania antysyjonisticzna (Anm. 6), S. 145–206; Szaynok: Z historią (Anm. 3), S. 448 f.; Jarosz: Marzec w prasie (Anm. 10), S. 124.

[23] Siehe Thomas Haury: Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antisemitismus in der frühen DDR, Hamburg 2002; ders.: Von »den Finanzkapitalisten« zu »den Zionisten« – das »werktätige Volk« und seine Feinde. Spezifika des Wechselspiels von kommunistischen Selbst- und Feindbildern in der frühen DDR, in: Satjukow/Gries: Unsere Feinde (Anm. 20), S. 107–126; Stefan Meining: Kommunistische Judenpolitik: Die DDR, die Juden und Israel, Münster 2002; Angelika Timm: Hammer, Zirkel, Davidstern. Das gestörte Verhältnis der DDR zu Zionismus und Staat Israel, Bonn 1997. Für eine ausführlichere Diskussion dieser frühen Periode siehe David G. Tompkins: Israel as Friend and Foe. Shaping East German Society through Freund- und Feindbilder, in: Mary Fulbrook/Andrew I. Port (Hg.): Becoming East German. Socialist Structures and Sensibilities after Hitler, New York 2013, S. 219–236.

[24] Siehe Wiedergutmachung – für wen?, in: Neues Deutschland vom 25. November 1952, S. 1.

[25] Siehe Peter Dittmar: DDR und Israel (I): Ambivalenz einer Nicht-Beziehung, in: DeutschlandArchiv 10 (Juli 1977), H. 7, S. 739 f. Für eine typische Formulierung im Jahr 1967 siehe Aktenvermerk, 14. Juni 1967, und Referentenmaterial für das Auftreten in Gewerkschaftsversammlungen zur imperialistischen Aggression im Nahen Osten, 16. Juni 1967, Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (im Folgenden: SAPMO-BArch), DY-34, 7973. Für eine neuere Untersuchung der gesamten Zeit des Kalten Krieges siehe Jeffrey Herf: Undeclared Wars with Israel: East Germany and the West German Far Left, 1967–1989, New York 2016.

[26] Siehe Protokoll der Sitzung des Politbüros, 7. Juni 1967, SAPMO-BArch, DY-30, J IV 2/2A/1228; Protokoll der Sitzung des Politbüros, 13. Juni 1967, SAPMO-BArch, DY-30, J IV 2/2A/1230; verschiedene Telegramme, SAPMO-BArch, DY-30, IV A 2/9.02/55; Vorlage für das Sekretariat, betr. Information über einige aktuelle Probleme, SAPMO-BArch, J IV 2/3A/1469, S. 80.

[27] Siehe Artikel im Neuen Deutschland von 6. Juni 1967 bis 21. Juni 1967, SAPMO-BArch, DY-34, 7973; Dittmar: DDR und Israel (Anm. 25), S. 850.

[28] Siehe ND-Dokumentation: Israel – Vorposten des internationalen Monopolkapitals, in: Neues Deutschland vom 15. Juni 1967, S. 6.

[29] Siehe Antworten auf Leserfragen zur Lage im Nahen Osten, in: Neues Deutschland vom 11. Juni 1967, S. 7; Antworten auf Leserfragen zur Lage im Nahen Osten, in: Neues Deutschland vom 14. Juni 1967, S. 7; Antworten auf Leserfragen zur Lage im Nahen Osten, in: Neues Deutschland vom 15. Juni 1967, S. 7.

[30] Siehe Material für Aufklärung über die Hintergründe, Absichten und Ziele der imperialistischen Aggression, 7. Juni 1967, SAPMO-BArch, DY-30, IV A 2/20/832.

[31] Siehe Protokolle der Sitzung des Politbüros, 7. Juni 1967, SAPMO-BArch, DY-30, J IV 2/2A/1228; Telegramme, Referentenmaterialien und zahlreiche Informationen, SAPMO-BArch, DY-34, 7973; Information der BL [Bezirksleitung] Berlin über erste Stimmungen und Meinungen zur Aggression Israels gegen die VAR [Vereinigte Arabische Republik], 6. Juni 1967 und Dritte Kurzinformation über die Stimmung der Bevölkerung zur Aggression Israels gegen die VAR, SAPMO-BArch, DY-30, IV A 2/5/22.

[32] Walter Ulbricht: Antwort auf aktuelle Fragen, Berlin (Ost) 1967.

[33] Siehe Über die Reaktion der Bevölkerung der DDR zur Aggression Israels gegen die VAR und die anderen arabischen Staaten, 9. Juni 1967 und 24. Juni 1967, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (im Folgenden: BStU), MfS ZAIG, Nr. 1361, S. 1–23.

[34] Siehe Information betr. Meinungen und Stimmungen zum Israel-Konflikt, 10. Juni 1967, BStU, MfS HA XX/4, Nr. 829, S. 1–5; Dritte Kurzinformation über die Stimmung der Bevölkerung zur Aggression Israels gegen die VAR, SAPMO-BArch, DY-30, IV A 2/5/22; 2. Information zur Aggression des Staates Israel, 10. Juni 1967, SAPMO-BArch DY-30, IV A 2/15/308.

[35] Über einige Probleme des Konfliktes zwischen Israel und einigen arabischen Staaten, 22. August 1967, SAPMO-BArch, DY-30, 5202, S. 193–204.

[36] Tadeusz Walichnowski: Izrael a NRF [Israel und die BRD], Warschau 1967; ders.: Izrael-NRF a Polska [Israel-BRD und Polen], Warschau 1968; ders.: Syjonizm a państwo żydowskie [Zionismus und der jüdische Staat], Katowice 1968; ders./Jan Dziedzic: Wokół agresji Izraela [Zur israelischen Aggression], Warschau 1968. Siehe auch Piotr Osęka/Marcin Zaremba: Wojna po wojniem czyli polskie reperkusje wojny sześciodniowej [Der Krieg nach dem Krieg, oder die Auswirkungen des Sechstagekrieges in Polen], in: Polska 1944/45–1989: Studia i materiały (1999), H. 4, S. 236; Osėka: Marzec ’68 (Anm. 20), S. 264.

[37] Informacja [Information], 2. Dezember 1967, AIPN, BU 00231/229, vol. 26, S. 12; Brief von Aleksander Makarewicz an Tadeusz Walichnowski, 8. Dezember 1967, AIPN, BU 00231/229, t.23, S. 205; Rakowski: Dzienniki (Anm. 7), S. 97; Jarosz: Marzec w prasie (Anm. 10), S. 100.

[38] Siehe Analiza listów nadesłanych do redakcji »Polityki« w okresie marzec-maj 1968 r. [Analyse von Briefen an den Herausgeber der »Polityka« von März bis Mai 1968], AAN, KC PZPR, XIA/301, S. 57.

[39] Siehe Kazimierz Sidor: Współcześni trockiści [Zeitgenössische Trotzkisten], in: Życie literackie (1970), H. 25, S. 7.

[40] Galina Nikitina: Państwo Izrael [Der Staat Israel], Warschau 1970.

[41] Jurij Iwanow: Uwaga: Syjonizm! [Achtung: Zionismus!], Warschau 1970.

[42] Isaak I. Minc (Hg.): Syjonizm—Teoria i Praktyka [Zionismus—Theorie und Praxis], Warschau 1975.

[43] Siehe Dariusz Libionka: Brakujące ogniwo: Sowiecka literatura antysyjonistyczna w Polsce [Die fehlende Verbindung: Sowjetische zionistische Literatur in Polen], in: Tomasz Szarota (Hg.): Komunizm. Ideologia, system, ludzie [Kommunismus. Ideologie, System, Menschen], Warschau 2001, S. 272–288.

[44] Siehe AIPN BU 0201/173.

[45] Siehe Informacja dot. środowiska mniejszości narodowościowej-żydowskiej na terenie m. Krakowa [Information bezüglich der jüdisch-nationalen Minderheitsgemeinschaft in Krakau], 24. Mai 1972, AIPN BU 0236/37, t. 1.

[46] Rakowski: Dzienniki (Anm. 7), S. 174.

[47] Notatka slużbowa z dnia 6 lutowego 1973 [Offizieller Vermerk vom 8. Februar 1973], AIPN BU00231/229, t. 37, S. 22.

[48] Eine andere Studie ergab 3 Prozent bzw. 42 Prozent und eine dritte 2 Prozent bzw. 45 Prozent mit Blick auf die oben genannten Positionen. Konflikt na Bliskim Wschodzie w opinii mieszkańców Warszawy i powiatu pułtuskiego [Der Konflikt im Nahen Osten und Meinungen aus der Bevölkerung Warschaus und der Pultusk-Region], November 1973, http://tnsglobal.pl/archiv_files/07_007_73.pdf; Aktualna sytuacja międzynarodowa w opinii społeczeństwa polskiego November 1973 [Die aktuelle internationale Lage aus Sicht der polnischen Bevölkerung im November 1973], http://tnsglobal.pl/archiv_files/08_008_73.pdf; Aktualna sytuacja międzynarodowa w opinii społeczeństwa polskiego—drugi sondaż, [Die aktuelle internationale Lage aus Sicht der polnischen Bevölkerung – zweite Untersuchung], Dezember 1973, http://tnsglobal.pl/archiv_files/09_009_73.pdf; Aktualna sytuacja międzynarodowa w opinii społeczeństwa polskiego [Die aktuelle internationale Lage aus Sicht der polnischen Bevölkerung]. Leider wurden die angegebenen Links vor Drucklegung ersatzlos inaktiviert. Ausdrucke der Studien und Daten liegen dem Autor vor.

[49] Siehe Alina Cała: Żyd – wróg odwieczny? Antysemityzm w Polsce i jego źródła [Der Jude – ewiger Feind? Antisemitismus in Polen und seine Ursprünge], Warschau 2012, S. 511–519. Siehe auch Joanna Michlic: Poland’s Threatening Other: The Image of the Jew from 1880 to the Present, Lincoln, Nebraska 2006, S. 258–261.

[50] Cała: Żyd (Anm. 49), S. 511 f.

[52] X.Y.Z. (Pseudonym von Zdzisław Ciesiolkiewicz): Judeopolonia. Nieznane karty historii PRL (1944–1981) [Judeopolonia. Unbekannte Episoden in der Geschichte Volkspolens (1944–1981)], Krakau 1981; siehe Cała: Żyd (Anm. 49), S. 513 f.

[53] Jan Dobrogast Naszan (Pseudonym): Doświadczenie bez Przyszłości [Erfahrung ohne Zukunft], Warschau 1981; Cala: Żyd (Anm. 49), S. 515–518.

[54] Ebd., S. 513.

[55] Siehe Dokumente aus den 1980er-Jahren, AIPN, BU 0449/30, t. 8, bes. S. 14, 56, 91.

[56] Siehe Propozycje w sprawie publicznego oświetlenia podłoża wydarzeń z marca 1968 [Vorschlag zum Thema der offiziellen Klärung der Hintergründe für die Märzereignisse 1968], 25. Januar 1988, AAN, 237/VII/88, S. 164–175; siehe auch Cała: Żyd (Anm. 49), S. 519 f.

[57] Siehe Tatsachen und Fakten zur imperialistischen Aggression Israels gegen die arabischen Staaten, (undatiert, wahrscheinlich 1971), BStU, HA VIII 1231.

[58] Arbeitsmaterial, Deutsch-Arabische Gesellschaft, 29. Mai 1970, SAPMO-BArch, DZ 9, 1571.

[59] Siehe Julius Mader: Israels Militär-Industrie-Komplex wuchert, in: Horizont 25 (1972). Erwähnt in BStU, HA XVIII Nr. 19946; BStU, ZAIG 12895, S. 212; BStU, MfS Abt. XIV, Nr. 16725.

[60] Siehe Burchard Bretnjes: Die Al-Aksa-Moschee, in: Horizont 37 (1969), S. 25; Beirut: es ist etwas im Gange, in: Horizont 4 (1968), S. 13; Martin Robbe: Politischer Zionismus: Heil durch Aggression?, in: Horizont 42 (1973), S. 8 f.; Julius Mader: Nazikonspiration mit Zionisten, in: Horizont 37 (1970), S. 28 und Horizont 38 (1970), S. 30. Siehe auch Oren Osterer: Speerspitze von Imperialismus und Weltreaktion: Das Israel-Bild während des Sechstagekrieges, in: Anke Fiedler/Michael Meyen (Hg.): Fiktionen für das Volk: DDR-Zeitungen als PR-Instrument, Münster 2011, S. 195–214.

[61] Siehe M. Mitin: Der Zionismus – eine Abart des Chauvinismus und Rassismus, in: Neues Deutschland vom 23. Dezember 1971, S. 6; siehe auch die Artikel in Neues Deutschland vom 16. und 17. September 1972.

[62] Siehe Protokolle 43/73, 9. Oktober 1973, und 44/73, 16. Oktober 1973, SAPMO-BArch, J IV 2/2/1471 und 1472; Timm: Hammer (Anm. 23), S. 248.

[63] Siehe die Artikel in den Oktober-Ausgaben des Neuen Deutschland, bes. Die Sowjetunion verurteilt Israels fortgesetzte Eroberungspolitik, in: Neues Deutschland vom 8. Oktober 1973, S. 1; Internationaler Protest gegen Gewaltpolitik Tel Avivs, in: Neues Deutschland vom 9. Oktober 1973, S. 1.

[64] Siehe Hans-Victor Kreipe: Zum Frieden bereit, aber wachsam, in: Horizont 47 (1973), S. 5.

[65] Siehe Beratung des Sekretariats des ZK der SED mit den 1. Sekretären der Kreisleitungen der SED, SAPMO-BArch, DY-30, 2160; Neues Deutschland vom 1. November 1973, S. 4.

[66] Siehe Unsere Republik steht konsequent an der Seite der arabischen Völker, in: Neues Deutschland vom 3. November 1973, S. 7.

[67] Siehe Information über Meinungen und Fragen der Bürger zu aktuell-politischen Ereignissen, 25. Oktober 1973, SAPMO-BArch, DY 6, 1470; Informationsbericht, 15. November 1973, SAPMO-BArch, DY 6, 1542. Siehe auch die Artikel in Neues Deutschland vom 11., 16., 17. und 18. Oktober 1973.

[68] Dokumentation, BStU, HA II Nr. 38614, S. 120 ff; Information über die Protestbewegung und Meinungen zur Aggression Israels gegenüber den arabischen Staaten, 17. Oktober 1973, SAPMO-BArch, DY 52.

[69] Siehe Resolution, Salzwedel, 11. Oktober 1973, SAPMO-BArch, DY 27, 1595, S. 11; in derselben Akte weitere Resolutionen.

[70] Siehe die Berichte in BStU, MfS HA 10336 und 10337, insbes. Situationsbericht, 10. Oktober 1973, MfS HA 10336, S. 385; und Informationsbericht 11/73, 29. November 1973, S. 123 f. sowie Stimmungsbericht, 21. November 1973, S. 498 in BStU, MfS HA 10337.

[71] Siehe Timm: Hammer (Anm. 23), S. 246–257.

[72] Siehe Ideologie des Rassismus und expansionistische Doktrin, in: Neues Deutschland vom 14. November 1975, S. 6.

[73] Siehe Was ist denn nun Zionismus wirklich? Antwort auf Leserfragen, in: Berliner Zeitung vom 20. November 1975, S. 9.

[74] Siehe Information über eine Erklärung der Bischöfe der evangelischen Kirchen in der DDR zur Resolution der UNO über den Zionismus, Nr. 869/75, 3. Dezember 1975, BStU, ZAIG 32455, S. 1 f.; siehe auch den Bericht vom 4. Dezember 1975 in BStU, HA XX/4, 2173, S. 136.

[75] Siehe Blutiger Überfall Israels auf Flughafen in Uganda, in: Neues Deutschland vom 5. Juli 1976, S. 6; Verbrecherischer Anschlag Tel Avivs wird als Aggression gebrandmarkt, in: Neues Deutschland vom 8. Juli 1976, S. 7; Vorläufige Darstellung des Ablaufs …, BStU, ZAIG 11453, S. 116–133.

[76] Siehe den Bericht in BStU, MfS-HA XXII, 1054/8; Stimmungen und Meinungen der Bevölkerung zu politischen Höhepunkten, Nr. 13/76, 2. August 1976, BStU, BV Berlin AKG 2291, S. 3. Siehe auch Herf: Undeclared Wars (Anm. 25), S. 324–326.

[77] Siehe z. B. längere Artikel auf der Titelseite in Neues Deutschland vom 5. Oktober 1978 und 10. März 1982.

[78] Siehe Robert Marian: Geld eingesteckt—und nun? in: Horizont (1979), H. 2, S. 30; Karl-Heinz Wagner: Anatomie einer ›Pax-Americana‹ in: Horizont (1979), H. 15, Sp. 20 f.; Hans Lebrecht: Die dritte Karriere des Yitzhak Schamir, in: Horizont (1980), H. 29, S. 14 f.

[79] Siehe Information zur israelischen Aggression in Libanon, 6. August 1982, BStU, BdL 245, S. 126–137; Protokoll Nr. 21, 10. August 1982, SAPMO-BArch, DY-30, J IV 2/2/1962; An die 1. Sekretäre der Bezirks- und Kreisleitungen, 7. September 1982, SAPMO-BArch, DY-30, 2196, S. 36 f.

[80] Siehe Horizont (1982), H. 25 und 26.

[81] Siehe Boris Schabajew: In Hitlers Fußstapfen, in: Neues Deutschland vom 16. August 1982, S. 2; Weltweit Abscheu über das Massaker Israels in Beirut, in: Neues Deutschland vom 20. September 1982, S. 1.

[82] Siehe Klaus Polkehn: Der anti-imperialistische Befreiungskampf des Palästinensischen Volkes, Berlin (Ost) 1980, S. 4.

[83] Klaus Polkehn: Israelische Okkupation und palästinensischer Widerstand, Berlin (Ost) 1981, S. 4, 13, 43, 50, 53.

[84] Siehe Walter Kaufmann: Reisen ins gelobte Land, 4. Aufl. Leipzig 1987; Peter Bathke/Karin Kulow: Israel: Kriegspolitik, Antikriegsbewegung, Berlin 1985; Arne Jörgensen: Israel intern, Berlin (Ost) 1984. Siehe auch Timm: Hammer (Anm. 23), S. 326–332.

[85] Ebd., S. 292.

[86] Ebd., S. 293–332.

[87] Frieder Bubl: Information zur Entstehung und Entwicklung des Zionismus und seiner Rolle in der Politik Israels, (FDJ, Abteilung Internationale Verbindungen, o. D., wahrscheinlich 1989), S. 6.

[88] Siehe Timm: Hammer (Anm. 23), S. 353–359.

[89] Siehe besonders Haury: Antisemitismus von links (Anm. 23) und Norbert Kapferer: Das Feindbild ›Zionismus‹ in der marxistisch-leninistischen Ideologie, in: Satjukow/Gries: Unsere Feinde (Anm. 20), S. 299–319.

[90] Siehe Höcke an Aschermittwoch: Über Entmachtung und Geschichte, in: Hamburger Abendblatt vom 7. März 2019, https://www.abendblatt.de/politik/article216607875/Hoecke-an-Aschermittwoch-Ueber-Entmachtung-und-Geschichte.html (ges. am 21. 12. 2021); Inge Günther: Feindbild George Soros, in: Frankfurter Rundschau vom 2. November 2018, https://www.fr.de/meinung/feindbild-george-soros-10969996.html, (ges. am 21. 12. 2021); Jarosław Kaczyński na kongresie PiS [Jarosław Kaczyński auf der Konferenz des PiS], in: wPolityce.pl vom 4. Juni 2016, https://wpolityce.pl/polityka/295423-jaroslaw-kaczynski-na-kongresie-pis-suwerennosc-jest-wartoscia-sama-w-sobie-jest-sprawa-godnosci-narodu-nie-poddamy-sie-koncepcjom-sorosa?strona=3 (ges. am 21. 12. 2021).

© Copyright:

Die Urheberrechte des Jahrbuches und aller seiner Teile liegen beim Verlag. Die Weiterverwendung von Jahrbuchbeiträgen über das Zitationsrecht hinaus bedarf der Zustimmung des Verlages. Bitte wenden Sie sich dafür an:

jhk[at]bundesstiftung-aufarbeitung.de

Eventuell enthaltenes Bildmaterial kann aus urheberrechtlichen Gründen in der Online-Ausgabe des JHK nicht immer angezeigt werden. Ob dieser Beitrag Bilder enthält, entnehmen Sie bitte dem PDF-Dokument.

Kurzbiografie

Abstract