Zombie Anti-Zionism
„Zombie-Anti-Zionismus“ – Wie sowjetische Propaganda bis heute nachwirkt
Izabella Tabarovsky zeichnet nach, wie die anti-israelische Rhetorik der politischen Linken seit dem 7. Oktober 2023 in frappierender Weise Muster der sowjetischen Propaganda aus den 1960er und 1970er Jahren wiederholt. Ausgangspunkt ist eine Konferenz des sowjetisch gesteuerten World Peace Council 1967 in Neu-Delhi, bei der Israel unter Führung linker Intellektueller aus aller Welt als rassistischer, imperialistischer Staat und gar als Erbe des Faschismus gebrandmarkt wurde – Begriffe, die bis heute in linken Diskursen fortleben.
Die Autorin zeigt, dass Moskau gezielt ein weltweites Netzwerk aus kommunistischen Frontorganisationen, Solidaritätsbewegungen, Jugend- und Frauenkonferenzen aufbaute, um anti-zionistische Narrative im „globalen Süden“ und unter westlichen Linken zu verankern. Insbesondere die Gleichsetzung Israels mit Apartheid-Südafrika und Nazi-Deutschland, die Legitimierung palästinensischer Gewalt als „Befreiungskampf“ sowie die Darstellung Israels als Speerspitze des westlichen Kolonialismus stammen aus dieser ideologischen Fabrik.
Zahlreiche prominente Vertreter der heutigen Israelkritik – von Angela Davis bis Jeremy Corbyns Umfeld – sind Produkte dieser sozialistischen Internationalismus-Ära. Auch Staaten wie Südafrika oder Kuba führen diese Propaganda bis heute fort. Die Ideologie überlebte den Zusammenbruch der Sowjetunion, weil sie sich als identitätsstiftendes Element der postkolonialen und linken Erzählung bewährt hat – trotz ihrer autoritären, oft antisemitischen Ursprünge.
Tabarovsky argumentiert, dass der heutige „progressive“ Anti-Zionismus ein Echo sowjetischer Desinformation ist, das nie ernsthaft aufgearbeitet wurde – und nun in Form linker Allianzen mit islamistischen Gruppen eine paradoxe und gefährliche Allianz bildet.
Den ausführlichen Artikel in englischer Sprache, erschienen im Tablet Magazine vom 31. Juli 2024 finden Sie hier
https://www.tabletmag.com/sections/arts-letters/articles/zombie-anti-zionism