Denkmal Aufsatz

Kleiner Trompeter am Saaleufer

Ein Beitrag von Yves Müller über die Denkmalpflege in der DDR

Das schwarz-weiße Foto zeigt eine Gruppe von Jungen in kurzen Hosen, Hemden und Halstüchern, die vor einer Statue mit der Aufschrift „Der kleine Trompeter“ salutieren. Die Statue stellt eine männliche Figur in Uniform dar, die ein Musikinstrument in der Hand hält. Sie steht auf einem steinernen Sockel. Die Szenerie befindet sich in einer bewaldeten, felsigen Umgebung mit mehreren Erwachsenen im Hintergrund, die das Geschehen beobachten. Junge Pioniere aus der DDR-Zeit nehmen an einer Gedenkveranstaltung teil.

Der „kleine Trompeter“ als Denkmal in der DDR: Heldenmythos und Erinnerungskultur

Der Aufsatz von Yves Müller, erschienen am 13. März 2025 exklusiv bei Denken ohne Geländer. Der Blog des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung e.V., analysiert die Geschichte und Bedeutung des Denkmals des „kleinen Trompeters“ am Saaleufer in Halle (Saale). Der vollständige Beitrag ist unter folgendem Link abrufbar: https://haitblog.hypotheses.org/6815.

Das 1958 errichtete Denkmal symbolisierte die DDR-Erinnerungskultur und diente der ideologischen Legitimierung des SED-Regimes. Die Ursprünge des Mythos gehen auf die Ereignisse vom 13. März 1925 zurück, als die Polizei während einer KPD-Wahlkampfveranstaltung zehn Menschen erschoss. Einer der Getöteten, Fritz Weineck, wurde in der DDR zum Märtyrer der Arbeiterbewegung stilisiert. Sein Name fand sich auf Straßen, Schulen und Kasernen, während das Lied Der kleine Trompeter zentrale Bedeutung im Staatsritual erhielt.

Das von Gerhard Geyer geschaffene Denkmal zeigte eine jugendliche, idealisierte Version Weinecks und wurde bewusst an einem symbolträchtigen Ort nahe des „Volksparks“ platziert. Es diente als zentrale Stätte für FDJ-Zeremonien und Gedenkveranstaltungen. Die DDR-Denkmalpflege erfasste es 1971 als Teil der offiziellen Gedenkkultur.

Nach 1989 verlor das Denkmal seine Funktion. 1991 wurde die Statue entfernt, nachdem sie beschädigt worden war. Ein Wiederaufstellungsversuch scheiterte, und sie wurde ins Stadtmuseum Halle überführt, wo sie seit 2018 in die Dauerausstellung integriert ist.

Der Beitrag zeigt, wie die DDR durch Denkmäler politische Erinnerung formte und historische Narrative für ihre Zwecke umdeutete. Müllers Analyse verdeutlicht zugleich den Wandel im Umgang mit diesen Relikten nach der Wiedervereinigung.

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