DDR A-Z 1965

Leistungsverordnung (1965)

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 1985 Nach der „VO über die Inanspruchnahme von Leistungen im Interesse der Verteidigung und des Schutzes der Deutschen Demokrati[S. 260]schen Republik“ vom 16. 8. 1963 (GBl. II, S. 667) sind „zur Vorbereitung und Sicherstellung der Verteidigung der DDR“ auf Anforderung der zuständigen staatlichen Organe Sach- und Dienstleistungen zu erbringen, Grundstücke zur Verfügung zu stellen oder den bewaffneten Organen Unterkunft zu gewähren. Eine Entschädigungsverordnung zum Verteidigungsgesetz vom 16. 8. 1963 (GBl. II, S. 674) sieht für Aufwendungen und Vermögensnachteile, die im Zusammenhang mit Dienst- oder Sachleistungen entstehen, bestimmte Entschädigungen vor, deren Höhe sich nach dem Zeitwert oder nach preisrechtlichen Bestimmungen richtet. Im Interesse der Verteidigung können Grundstücke aller Eigentumsformen (Eigentum) in Anspruch genommen werden. Nichtvolkseigene Grundstücke sind durch Kauf oder Tausch oder im Wege der Enteignung in Volkseigentum zu überführen. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 259–260 Leistungsvergleich A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Leitbetrieb

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 1985 Nach der „VO über die Inanspruchnahme von Leistungen im Interesse der Verteidigung und des Schutzes der Deutschen Demokrati[S. 260]schen Republik“ vom 16. 8. 1963 (GBl. II, S. 667) sind „zur Vorbereitung und Sicherstellung der Verteidigung der DDR“ auf Anforderung der zuständigen staatlichen Organe Sach- und Dienstleistungen zu erbringen, Grundstücke zur Verfügung zu stellen oder den bewaffneten Organen Unterkunft zu gewähren. Eine…

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Leninismus (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Marxismus-Leninismus, Bolschewismus, Lenin, Stalinismus. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Lenin A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lessing-Preis

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Marxismus-Leninismus, Bolschewismus, Lenin, Stalinismus. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Lenin A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lessing-Preis

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Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (1965)

Siehe auch: LDPD: 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands: 1966 1969 1975 1979 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD): 1985 LDPD. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Leuschner, Bruno A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liberalisierung

Siehe auch: LDPD: 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands: 1966 1969 1975 1979 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD): 1985 LDPD. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Leuschner, Bruno A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liberalisierung

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Liga für Völkerfreundschaft (1965)

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 1975 1979 Gegr. am 15. 12. 1961 (unter wesentlicher Beteiligung der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland) als Dachorganisation für die internationalen „Freundschaftsgesellschaften“ (Deutsch-Arabische Gesellschaft u. weitere, Auslandspropaganda). Die LfV. soll „die Bestrebungen der in der DDR bestehenden Gesellschaften für Freundschaft und kulturelle Verbindungen mit dem Ausland vereinigen und repräsentieren“ („Deutsche Außenpolitik“, Nr. 1/1962). Lt. Otto ➝Winzer („Neues Deutschland“ vom 26. 5. 1962) ist die wichtigste Aufgabe der LfV., im Ausland für „die Anerkennung der Souveränität der DDR“ zu wirken. Präsident der LfV.: bis Jan. 1964 Philipp Daub, danach Paul ➝Wandel; Generalsekr.: Herbert Schönfeld (SED). Die LfV. verlegt die Monatsschriften: „DDR in Wort und Bild“ (in deutsch, chinesisch, polnisch, russisch, tschechisch) und „DDR-Revue“ (in deutsch, arabisch, dänisch, englisch, finnisch, französisch, schwedisch, spanisch). Ferner gibt sie die monatl. Pressekorrespondenz „Informationsbulletin“ heraus, die an alle wichtigen Redaktionen, Rundfunksender u.ä. in der Welt geht. Auch verbreitet sie Broschüren, Bild- und Aufsatzmatern und betreut ausländische Gäste. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 261 Liebknecht, Karl A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Linguistik-Briefe

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 1975 1979 Gegr. am 15. 12. 1961 (unter wesentlicher Beteiligung der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland) als Dachorganisation für die internationalen „Freundschaftsgesellschaften“ (Deutsch-Arabische Gesellschaft u. weitere, Auslandspropaganda). Die LfV. soll „die Bestrebungen der in der DDR bestehenden Gesellschaften für Freundschaft und kulturelle Verbindungen mit dem Ausland vereinigen und repräsentieren“ („Deutsche…

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Literatur (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 [S. 263]Als wichtiges Instrument der Bewußtseinsbildung, der Agitation und Propaganda ist die gesamte L. den Direktiven, Apparaturen und Mechanismen der Kulturpolitik unterworfen. Nach kommun. Auffassung sollen die Schriftsteller „Rädchen und Schräubchen im Mechanismus der Parteiarbeit“ (Lenin 1905), „Ingenieure der menschlichen Seele“ (Stalin 1932), „aktive Kämpfer für den Kommunismus“ (Chruschtschow 1957) sein; „Literatur und bildende Künste sind der Politik untergeordnet …, die Idee der Kunst muß der Marschrichtung des politischen Kampfes folgen“ (Grotewohl 1951). Zur Lenkung und Kontrolle der L. bedient sich die SED mannigfacher Methoden, die Autor, Verlag, Manuskript, Verbreitung und Publikum betreffen. Die Schriftsteller sind im Deutschen ➝Schriftstellerverband organisiert. Die Mitgliedschaft ist kein Zwang, aber praktisch unumgänglich zur Wahrnehmung der beruflichen Möglichkeiten und sozialen Rechte (Urheberrecht). Verlage (Verlagswesen), Buchhandel und Bibliotheken werden politisch, wirtschaftlich und personell von Regime und Partei kontrolliert. Die Rezensionen und die L.-Propaganda in der Presse unterliegen den Prinzipien, die für die Presselenkung im allgemeinen gelten. Schließlich werden die gesamte L. und der mit ihr verbundene Apparat von den Parteiorganen kontrolliert, d.h. in diesem Falle von der Ideologischen Kommission beim Politbüro und der Abt. Kunst, Literatur und Kulturelle Massenarbeit des ZK der SED. Die wichtigsten SED-Funktionäre, die sich mit Fragen der Literatur befassen, sind Alexander ➝Abusch, Kurt ➝Hager und Wilhelm ➝Girnus. Dieses komplizierte und vielschichtige System der Zensur funktioniert so gut, daß nur in Ausnahmefällen bereits publizierte Bücher eingestampft zu werden brauchen. Die Verwandlung der L. in ein Instrument der Staats- und Parteipolitik hat eine wichtige, agitatorisch gern hervorgekehrte Sonnenseite: die großzügige Förderung genehmer Bücher und willfähriger Autoren. Das wird vor allem durch den institutionell gesicherten Absatz und durch staatliche Subventionen für propagandistisch oder wissenschaftlich nützliche Werke bewirkt. Bevorzugte Autoren beziehen aus hohen Auflagen beträchtliche Einnahmen, dazu kommen Lizenzgebühren aus Übersetzungen in die Sprachen des Ostblocks, u. U. auch Einkünfte aus der Zugehörigkeit zu den kulturellen Gremien und Institutionen, aus der Mitwirkung an der Kulturellen Massenarbeit und aus der Arbeit für Presse, Rundfunk, Fernsehen und Filmwesen, denen Förderung und Propagierung der regimetreuen L. auferlegt sind. Für politisch wichtige Unternehmungen, z. B. Studien in Volkseigenen Betrieben und Landwirtschaftlichen ➝Produktionsgenossenschaften, stellen Verlage, Organisationen und Institutionen Vorschüsse und Stipendien zur Verfügung. Die Schriftsteller genießen alle Privilegien der sog. fortschrittlichen Intelligenz. Das gesellschaftliche Ansehen arrivierter Schriftsteller geht weit über das im Westen Übliche hinaus; die obersten Staats- und Parteifunktionäre würdigen sie ihrer Aufmerksamkeit und freundschaftlichen Umgangs. Für literarische Leistungen sind zahlreiche Auszeichnungen und Preise ausgesetzt, als höchster der Nationalpreis. Besondere Förderung erfährt die L. der Wenden (Cisinski-Preis). Gremien, in die sowjetzonale Schriftsteller berufen werden können, sind die Deutsche ➝Akademie der Künste in Ost-Berlin und das PEN-Zentrum Ost und West. Nachwuchsschriftsteller werden im Institut für Literatur in Leipzig geschult. Die L. konnte nach 1945 zunächst internationales Ansehen gewinnen, weil sich eine Reihe bedeutender deutscher Schriftsteller — ehemalige Emigranten oder „Innere Emigranten“ — in Mitteldeutschland niederließen und mit dem kommun. Regime solidarisierten, unter ihnen die Dramatiker Bert ➝Brecht († 1956), Friedrich Wolf († 1953) und Arnolt Bronnen († 1959), die Epiker Arnold Zweig, Anna ➝Seghers, Ludwig ➝Renn, Stefan ➝Heym, Bernhard Kellermann († 1951) und Ehm Welk, die Lyriker Johannes R. ➝Becher († 1958), Stephan ➝Hermlin, Peter ➝Huchel und Erich ➝Arendt; zu schweigen von kommun. Tendenzautoren zweiten und dritten Ranges wie Erich Weinert († 1953), Willi ➝Bredel, Bodo Uhse († 1963), Hans ➝Marchwitza († 1965), Otto ➝Gotsche, Eduard Claudius, Karl [S. 264]Grünberg, F. C. Weiskopf († 1955), Louis Fürnberg († 1957), Kurt Bartel. Soweit es sich nicht um alte Kommunisten handelte, die der SED von vornherein verbunden waren, wurde die Annäherung an das Regime zunächst durch die geschickte, materiell großzügige und einigermaßen liberale Kulturpolitik gefördert, die Becher als Präsident des Deutschen ➝Kulturbundes in den ersten Jahren nach 1945 betrieb. Nach der Gründung der „DDR“ 1949 und insbesondere unter den Auspizien des Kampfes gegen den Formalismus 1951/1952 wurde die geistige Bewegungsfreiheit in Mitteldeutschland aber immer mehr gedrosselt, so daß die Schriftsteller, auch die berühmten, in eine verzweifelte Lage gerieten. Kaum einer von ihnen hat nach der Niederlassung in der SBZ noch ein Werk geschaffen, das seinen früheren ebenbürtig gewesen wäre. Einige, wie Brecht und Hermlin, verstummten ganz, andere, Becher und Seghers, fielen auf das Niveau primitiver Agitationsliteratur, wieder andere, wie Zweig und Renn, zogen sich auf historische und exotische Themen zurück. Die Demoralisierung war so stark, daß sich die Veteranen der linken L. selbst in der relativ liberalen Periode des Neuen Kurses und des Tauwetters 1953–1956 nicht wieder erholten. Immerhin haben in dieser Periode einige der Schriftsteller, darunter auch Becher und Brecht, in Reden und Aufzeichnungen zum Teil heftige Kritik an der kommun. Kulturpolitik und Politik geübt. Namhafte marxistische Theoretiker: Georg ➝Lukács, Ernst Bloch und Hans Mayer, traten als Fürsprecher liberaler Bestrebungen hervor (Revisionismus). Richtungweisend für das literarische Schaffen in der SBZ ist die Doktrin des sozialistischen Realismus. Es gibt zahllose, kaum unterscheidbare Autoren, die in Vers und Prosa den Kommunismus verherrlichen, den Kapitalismus anprangern, SED-Beschlüsse illustrieren und Produktionspropaganda treiben. Aus der Masse der Parteischriftsteller ragen Erwin ➝Strittmatter und Franz ➝Fühmann heraus; mit seinem letzten Roman „Ole Bienkopp“ (1963), der monatelang diskutiert wurde, scheint Strittmatter sich von der Parteilinie um einiges entfernt zu haben. Erfolgreich und beachtenswert waren „Nackt unter Wölfen“ (1958) von Bruno ➝Apitz, „Die Abenteuer des Werner Holt“ (1960) von Dieter Noll und „Beschreibung eines Sommers“ (1961) von Karl-Heinz Jakobs, ein KZ-, ein Kriegs- und ein Aufbauroman. Neuerdings trat Christa Wolf mit ihrem „Bestseller“ „Der geteilte Himmel“ hervor; ebenso wie bei „Ole Bienkopp“ bewegen die Behandlung der Parteifunktionärstypen und die neue Verteilung von Licht und Schatten stark die Gemüter des sowjetzonalen Lesepublikums. Im Tauwetter 1956/57 trat eine ganze Schar junger Lyriker auf, unter ihnen Heinz Kahlau, Günter Kunert, Armin Müller, Peter Jokostra, Wolfgang Hädecke, die moderne Formen und kühne, gesellschaftskritische Aussagen hervorbrachten. Andere Autoren, unter ihnen Harry Thürk („Die Stunde der toten Augen“), Karl Mundstock, Egon Günther, Hans Pfeiffer, Manfred Gregor-Dellin, schrieben eindrucksvolle „harte“ Kriegsromane und -erzählungen. Alle diese Schriftsteller wurden nach Abbruch des Tauwetters von der SED zur Ordnung gerufen, die einen wegen Revisionismus, die anderen wegen Pazifismus. Vollkommen abseits der Kulturpolitik steht Johannes Bobrowski, der einzige wirkliche Dichter, der in der SBZ neu aufgetreten ist. (Über die Dramatik in der SBZ Theater) Eine neue Periode der L.-Politik dekretierte Ulbricht 1959 auf der Bitterfelder Konferenz (Schreibende ➝Arbeiter), einerseits verlangte er von den Schriftstellern, sie sollten unmittelbar am Aufbau des Sozialismus teilnehmen, andererseits forderte er die Arbeiter auf, selber eine L. zu schaffen (Laienkunst, Brigadetagebücher). Das literarische Leben ist dem politischen Druck gemäß außerordentlich einförmig. Es gibt keine unpolitische L., also auch keine Unterhaltungs-, Abenteuer- und Kriminalromane ohne Tendenz. Die gesamte moderne Weltliteratur wird immer noch als Dekadenz unterdrückt; Kafka, Musil, Hamsun, Proust, Gide, Sartre, Camus, Faulkner, Steinbeck konnte man bislang nur auf Schleichwegen bekommen; Anfang 1964 wurden Lizenzausgaben einiger dieser Autoren, die in anderen Ostblockstaaten jedermann zugänglich sind, in Aussicht gestellt, doch bleibt die Erfüllung solcher Versprechungen abzuwarten. Trotz der Überfülle von Übersetzungen aus dem Russischen (1955: 66 v. H. der Übersetzungen, 12,5 v. H. der [S. 265]gesamten Buchproduktion) werden auch sowjet. Autoren nicht veröffentlicht, wenn sie nicht mit der Linie übereinstimmen, z. B. Babel, Dudinzew, Pasternak. Dem mitteldeutschen Lesepublikum bleiben als Zuflucht die Klassiker des Kulturellen Erbes, die zwar in Vor- und Nachworten kommunistisch interpretiert, im übrigen aber reichlich und preiswert ediert werden; außerdem die Frühwerke der in der SBZ verstummten Altmeister und die Werke solcher westlichen Autoren, die von den Kommunisten als Verbündete in Anspruch genommen und in begrenztem Umfang aufgelegt werden. Zahlreiche Schriftsteller haben sich der Reglementierung durch die Flucht oder „legale“ Übersiedlung nach dem Westen entzogen, aus der älteren Generation Ricarda Huch, Theodor Plivier, Hermann Kasack, Rudolf Hagelstange, Alfred Kantorowicz, Hans Mayer; aus der jüngeren Heinz Rein, Horst Lommer, Heinz-Winfried Sabais, Horst Bienek, Gerhard Zwerenz, Peter Jokostra, Wolfgang Hädecke, Manfred Gregor-Dellin, Herbert A. W. Kasten, Heinar Kipphardt, Uwe Johnson, Christa Reinig. Der Leiter des führenden Verlages der SBZ, des Aufbau-Verlages in Ost-Berlin, Walter Janka, und die Schriftsteller Wolfgang ➝Harich und Erich Loest wurden 1957 bzw. 1958 als Revisionisten zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. (Jugendliteratur, Sprache, Kultureller Austausch) Der VI. Parteitag der SED leitete, korrespondierend mit ähnlichen Vorgängen in der SU, eine neue Verfolgungswelle gegen die Schriftsteller ein, die in Ausmaß und Schärfe nur mit den Kampagnen gegen Formalismus (1951/52) und Revisionismus (1956/57) vergleichbar ist. Den Schriftstellern wurde vorgeworfen, ideologische Koexistenz zu treiben (Verbundenheit mit den Kollegen in der BRD und Anlehnung an westliche Stilformen) und den Kampf gegen den Personenkult zur Verleumdung des Sozialismus und der „DDR“ zu mißbrauchen. Ziel der Angriffe waren vor allem die Zeitschrift „Sinn und Form“, das im Deutschen Theater Berlin aufgeführte Stück „Die Sorgen und die Macht“ des aus dem Westen zugewanderten Peter Hacks, ein Lyrikabend der Akademie der Künste, einige Gedichte und Fernsehstücke des schon im Tauwetter 1956 hervorgetretenen jungen Lyrikers Günter Kunert sowie in der BRD veröffentlichte Arbeiten des Literaturkritikers Hans Mayer. Die Kampagne führte zur Absetzung von Peter Huchel als Chefredakteur von „Sinn und Form“ (Nachfolger: Bodo Uhse), Wolfgang ➝Langhoff als Intendant des Deutschen Theaters (Nachf.: Wolfgang ➝Heinz), Stephan Hermlin als Sekretär der Sektion Dichtkunst der Akademie (Nachf.: Alfred Kurella) und Otto Braun als 1.~Sekretär des Deutschen Schriftstellerverbandes (Nachf.: Prof. Hans Koch). Literaturangaben Balluseck, Lothar von: Kultura, Kunst und Literatur in der sowjetischen Besatzungszone (Rote Weißbücher 7). Köln 1952, Kiepenheuer und Witsch. 133 S. Balluseck, Lothar von: Dichter im Dienst — der sozialistische Realismus in der deutschen Literatur. 2., erw. Aufl., Wiesbaden 1963, Limes-Verlag. 288 S. m. zahlr. Abb. Rühle, Jürgen: Das gefesselte Theater — vom Revolutionstheater zum sozialistischen Realismus. Köln 1957, Kiepenheuer und Witsch. 457 S. m. 16 Abb. Rühle, Jürgen: Literatur und Revolution. Die Schriftsteller und der Kommunismus. Köln 1960, Kiepenheuer und Witsch. 576 S., 72 Abb. Rühle, Jürgen: Die Schriftsteller und der Kommunismus in Deutschland (Auszüge aus „Literatur und Revolution“ und „Das gefesselte Theater“ nebst Beitr. von Sabine Brandt). Köln 1960, Kiepenheuer und Witsch. 272 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 263–265 Linse, Walter A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Literatur-Institut

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 [S. 263]Als wichtiges Instrument der Bewußtseinsbildung, der Agitation und Propaganda ist die gesamte L. den Direktiven, Apparaturen und Mechanismen der Kulturpolitik unterworfen. Nach kommun. Auffassung sollen die Schriftsteller „Rädchen und Schräubchen im Mechanismus der Parteiarbeit“ (Lenin 1905), „Ingenieure der menschlichen Seele“ (Stalin 1932), „aktive Kämpfer für den Kommunismus“ (Chruschtschow 1957) sein; „Literatur und…

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Lohnausgleich (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 L. wird bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit bis. zu 6 Wochen (für Lehrlinge bis zu 12 Wochen) im Kalenderjahr sowie bei Betriebsunfällen bis zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder bis zum Eintritt der Invalidität und bei Quarantäne vom ersten Tage des Fehlens bei der Arbeit an in Höhe der Differenz von Krankengeld und 90 v. H. des Nettodurchschnittsverdienstes des letzten Kalenderjahres gezahlt (§ 104 Gesetzbuch der Arbeit). (Arbeitsrechtliche Mantelbestimmungen) Literaturangaben Mampel, Siegfried: Das System der sozialen Leistungen in Mitteldeutschland und in Ost-Berlin (BB) 1961. Teil I (Text) 150 S., Teil II (Anlagen) 142 S. Mampel, Siegfried, und Karl Hauck: Sozialpolitik in Mitteldeutschland (Sozialpolitik in Deutschland, H. 48, hrsg. v. Bundesmin. f. Arbeit …). Stuttgart usw. 1961, Kohlhammer. 87 S. Mampel, Siegfried: Das Gesetzbuch der Arbeit der Sowjetzone und das Arbeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland — ein Vergleich. 5. Aufl. (hrsg. v. Bundesmin. für Arbeit …). Bonn 1962. 64 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265 Lohberger, Kurt A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohnfonds

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 L. wird bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit bis. zu 6 Wochen (für Lehrlinge bis zu 12 Wochen) im Kalenderjahr sowie bei Betriebsunfällen bis zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder bis zum Eintritt der Invalidität und bei Quarantäne vom ersten Tage des Fehlens bei der Arbeit an in Höhe der Differenz von Krankengeld und 90 v. H. des Nettodurchschnittsverdienstes des letzten Kalenderjahres gezahlt (§…

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Lohnpolitik (1965)

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Nach marxistischer Definition ist im Kapitalismus der Lohn „der [S. 266]Preis der Ware Arbeitskraft“, den der Unternehmer nach Einbehaltung des vom Arbeiter erzeugten „Mehr an Wert“ (Mehrwert) an den Arbeiter auszahlt; die Lohnarbeit gilt als ein Kennzeichen der Ausbeutung, als „Lohnsklaverei“. In der SBZ arbeiten die Arbeiter und Angestellten zwar auch gegen Lohn bzw. Gehalt, aber der Lohn soll hier — so wird von der SED-Propaganda behauptet — eine ganz andere Bedeutung als in westlichen Ländern haben. Der „Werktätige“ erhält auch hier nicht das volle von ihm erzeugte „Mehr an Wert“, dafür aber habe sich der Charakter der Arbeit gewandelt, weil es „keine Ausbeuter und keine Ausgebeuteten mehr gibt“. Der Lohn gilt entsprechend dem „Lehrbuch der Politischen Ökonomie“ (S. 603) als „der in Geld ausgedrückte Anteil des Werktätigen an dem Teil des gesellschaftlichen Produkts, der den Aufwand an notwendiger Arbeit ersetzt und an die Arbeiter und Angestellten in Übereinstimmung mit der Quantität und Qualität ihrer Arbeit vom Staat ausgezahlt wird“. Solche und ähnliche Erklärungen ändern nichts an der Tatsache, daß auch in der SBZ der Lohn das Maß für geleistete Arbeit ist und im Mittelpunkt aller Arbeitspolitik steht. Die wichtigsten Grundsätze der L. der SED sind: 1. Der Arbeitslohn ist ein wichtiger „Hebel zur Steigerung der Arbeitsproduktivität“. (Die SED fordert daher Anwendung von Lohnformen, die die Arbeiter praktisch zu einer ständigen Erhöhung ihrer Arbeitsleistung zwingen.) 2. Die Lohnbemessung soll „der Verwirklichung des ökonomischen Gesetzes der Verteilung nach der Arbeitsleistung“ dienen. (Auf diesem Grundsatz beruhen die Rangfolgen der Lohntarife nach Industriezweigen und die Eingruppierung der Beschäftigten nach den Lohngruppen 1–8.) Zur Verwirklichung dieser Grundsätze ihrer L. hat die SED folgendes System der Lohnformen eingeführt: 1. Zeitlohn A. Einfacher Zeitlohn B. Prämienzeitlohn a) individueller b) kollektiver 2. Leistungsstücklohn A. Proportionaler Leistungsstücklohn a) individueller b) kollektiver c) indirekter A. Prämienstücklohn Erläuterungen. Einfacher Zeitlohn: Der Lohn wird nach dem Zeitgrundlohn (z. B. tarifl. Stundenlohn) und der Anwesenheitszeit bemessen. — Prämienzeitlohn: Verbindung des Zeitlohnes mit einem Prämiensystem (z. B. Prämien für Energie- und Materialeinsparungen, für Einhaltung von Qualitätsmerkmalen usw.). — Proportionaler Leistungsstücklohn: Für in der Regel nach Arbeitsnormen ausgeführte Arbeiten; lohnbestimmend sind der Leistungsgrundlohn (d. i. der tarifliche Zeitlohn zuzügl. eines Zuschlags von z. B. 5 v. H.) und der Erfüllungsgrad der Arbeitsnormen. Bei z. B. 10 v. H. Übererfüllung der Arbeitsnormen steigt auch der Lohn um 10 v. H. Prämienstücklohn: Verbindung des Leistungsstücklohnes mit einem Prämiensystem (z. B. für Senkung des Ausschusses und der Ausfallzeiten oder für Materialeinsparungen usw.). — Eine Abart des kollektiven Leistungsstücklohnes ist der Objektlohn. Dieses ausgeklügelte System von Lohnformen, das — in Verbindung mit den Sozialistischen ➝Wettbewerben — ausschließlich dazu dient, durch die Intensivierung der Leistungen jedes einzelnen Arbeitnehmers das Arbeitsergebnis ständig zu steigern, hatte ein unaufhörliches Zurückbleiben der Durchschnittslöhne hinter der Entwicklung der Arbeitsproduktivität zur Folge. Während die Produktivität je Arbeiterstunde in der Industrie zwischen 1955 und 1960 um 89 v. H. anstieg, erhöhte sich der Durchschnittslohn in der gleichen Zeit nur um 38 v. H. In der Bundesrepublik hingegen hat die Lohnentwicklung mit der Produktivitätsentwicklung im allgemeinen Schritt gehalten. Praktisch führte die L. der SED dazu, daß die Durchschnittslöhne der Arbeiter und Angestellten hinter der Entwicklung in der Bundesrepublik, und zwar in den letzten Jahren zunehmend, zurückblieben. Zur Beurteilung des Lebensstandards muß auf die geringere Kaufkraft der Löhne hingewiesen werden. Für leitende Angestellte (einschl. Werkmeister) ist die Entlohnung auf der Basis des sog. „Prämiengehaltes“ weitgehend eingeführt worden. Nur etwa 80 v. H. des Monatsgehaltes gelten dabei als garantiertes Gehalt, die restlichen 20 v. H. sind „an die Erfüllung von Leistungskennziffern gebunden“, d.h. sie werden nur im Verhältnis zur Erfüllung der Betriebspläne (Produktionsplan, Finanzplan usw.) ausgezahlt. In der amtlichen Richtlinie für das Neue ökonomische System der Planung und Leitung wird verfügt, daß künftig mehr noch als bisher „Lohn und Prämien als ökonomische Hebel der materiellen Interessiertheit wirksam“ sein sollen. Das Instrumentarium zur Verwirklichung dieser Forderung des SED-Regimes ist eine Vielzahl sog. „neuer Lohnformen“, die so ausgeklügelt sind, daß die Arbeiter empfindliche Lohneinbußen haben, wenn sie nicht ihr Arbeitstempo und ihre Arbeitsintensität wesentlich steigern. Bei allen diesen „neuen Lohnformen“ ist der Lohn aufgegliedert in einen Grundlohnteil und einen „leistungsgebundenen“ Teil. Der Grundlohn wird dabei stets niedriger angesetzt als der von den Arbeitern bisher erzielte Effektivlohn; der „leistungsgebundene“ Lohnteil wird nur ausgezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen auch Faktoren, auf die der einzelne Arbeiter überhaupt keinen Einfluß nehmen kann, z. B. die Erfüllung des betrieblichen Produktionsplanes, des Planes der Arbeitsproduktivität und des Planes der Selbstkostensenkung. Das bedeutet, daß ein Teil des Lohnes von dem Betriebsergebnis abhängig gemacht wird. Damit wird der einzelne Arbeiter haftbar gemacht für Mängel in der Planung und in der Leitung der Betriebe. [S. 267]Die neu eingeführten Lohnformen haben zu einer kaum noch zu überbietenden Lohnunsicherheit geführt. Literaturangaben Haas, Gerhard, und Alfred Leutwein: Die rechtliche und soziale Lage der Arbeitnehmer in der sowjetischen Besatzungszone. 5., erw. Aufl. (BB) 1959. Teil I (Text) 264 S., Teil II (Anlagen) 162 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265–267 Lohngruppenkatalog A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohnsteuer

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Nach marxistischer Definition ist im Kapitalismus der Lohn „der [S. 266]Preis der Ware Arbeitskraft“, den der Unternehmer nach Einbehaltung des vom Arbeiter erzeugten „Mehr an Wert“ (Mehrwert) an den Arbeiter auszahlt; die Lohnarbeit gilt als ein Kennzeichen der Ausbeutung, als „Lohnsklaverei“. In der SBZ arbeiten die Arbeiter und Angestellten zwar auch gegen Lohn bzw. Gehalt, aber der Lohn soll hier — so wird von der SED-Propaganda…

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Lotto (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Eingeführt durch VO vom 4. 3. 1954 (GBl. S. 241), nachdem die Propaganda die Spieleinrichtungen der BRD heftig angegriffen hatte. Träger des L. ist der „VEB Zahlenlotto“ (Leipzig), der der Aufsicht des Finanzministeriums untersteht. (In Ost-Berlin firmiert das Zahlenlotto unter Bärenlotterie.) Angeblich sollen 60 v. H. der eingezahlten Spieleinsätze als Gewinn ausgeschüttet werden und der Reinertrag entsprechend dem Aufkommen in den Bezirken anteilmäßig den Räten der Bezirke zur Förderung des Nationalen Aufbauwerkes zur Verfügung gestellt worden. Sicherheitsfonds ist eine Rücklage von ¼ v. H. der Spieleinsätze. 10 v. H. des Spieleinsatzes sind als Lotteriesteuer abzuführen. Ab 1958 sollen mindestens 75 v. H. der den Bezirken im Planjahr aus L.-Einnahmen zufließenden Beträge als Finanzierungsquelle für den „volkseigenen“ Wohnungsneubau eingesetzt werden. Lt. Gesetz über den 2. Fünfjahrplan sind die L.-Mittel auch für Um- und Ausbau sowie Wiederinstandsetzung von „volkseigenem“ Wohnraum zu verwenden. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Lotterie A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Eingeführt durch VO vom 4. 3. 1954 (GBl. S. 241), nachdem die Propaganda die Spieleinrichtungen der BRD heftig angegriffen hatte. Träger des L. ist der „VEB Zahlenlotto“ (Leipzig), der der Aufsicht des Finanzministeriums untersteht. (In Ost-Berlin firmiert das Zahlenlotto unter Bärenlotterie.) Angeblich sollen 60 v. H. der eingezahlten Spieleinsätze als Gewinn ausgeschüttet werden und der Reinertrag entsprechend dem Aufkommen in den…

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LPG-Gesetz (1965)

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 Die rechtlichen und organisatorischen Verhältnisse in den landwirtschaftlichen ➝Produktionsgenossenschaften wurden zunächst durch Ende 1952 und in späterer Fassung im April 1959 vom Ministerrat bestätigte Musterstatuten geregelt, die durch ein von der Volkskammer am 3. 6. 1959 beschlossenes „Gesetz über die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ (GBl.~I, S. 577) wesentlich ergänzt und rechtsverbindlich gemacht worden sind. Dieses Gesetz ist das bedeutendste Rechtsinstrument zur „sozialistischen Umgestaltung der Landwirt[S. 268]schaft“, erfaßt es doch die Mehrzahl der in der Agrarproduktion tätigen Rechtsträger. Formell wird den LPG zwar der Rahmen von Produktivgenossenschaften gegeben, die Einschränkung der demokratischen Rechte der Mitglieder ist aber so weit getrieben, daß Aufgaben und Merkmale einer „Genossenschaft“ im herkömmlichen Sinne des Wortes gänzlich verlorengegangen sind. Die Verfälschung der Genossenschaftsidee und der Mißbrauch ihres Begriffes dienen hier als Mittel, das private Eigentum am Boden und an Produktionsmitteln zur Durchsetzung des politischen Ziels aufzuheben. Das Eigentum des LPG- Mitgliedes an Grund und Boden bleibt zwar formal erhalten, verliert jedoch seine Funktion, weil es „zur gemeinsamen Nutzung eingebracht“ und dem Eigentümer die Verfügungsgewalt darüber entzogen wird. Er wie sein Erbe dürfen den Boden „nur an den Staat, die LPG oder deren Mitglieder, die wenig oder gar kein Land besitzen“, veräußern. Hinzu kommt, daß jedes bäuerliche Mitglied beim Eintritt in die LPG III dieser sämtliche Inventarien und Wirtschaftsgebäude zur allgemeinen Nutzung übergeben muß, soweit sie nicht zur Führung der persönlichen ➝Hauswirtschaft benötigt werden. Diese Entwicklung zu neuen „genossenschaftlichen“, also nur noch scheinbaren Eigentumsformen hat die Machthaber davon enthoben, das Eigentumsrecht formell aufzuheben und wie in der SU den Grund und Boden von vornherein bei der Bodenreform zu verstaatlichen. Das LPG-G. weist die LPG als Organisationsformen staatlicher Vergemeinschaftung aus, nicht dazu bestimmt, wie echte Genossenschaften die wirtschaftliche Lage ihrer freiwillig zusammengeschlossenen Mitglieder, die einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb besitzen, zu fördern, sondern um im Dienste der ausnahmslosen Vergesellschaftung allen Grund und Bodens und aller Produktionsmittel die bäuerliche Selbständigkeit und Privatinitiative aufzuheben und die in der Landwirtschaft tätigen Arbeitskräfte, Industriearbeitern gleich, in die zentral gelenkte und kontrollierte Agrarproduktion einzuordnen. Literaturangaben Merkel, Konrad, und Eduard Schuhans: Die Agrarwirtschaft in Mitteldeutschland — Sozialisierung und Produktionsergebnisse. (BB) 2., erw. Aufl. 1963. 200 S. m. 53 Tab. (Führt M. Kramers Schrift fort.) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267–268 LPG-Gemeinschaftseinrichtungen zur Beschaffung landwirtschaftlicher Produktionsmittel A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lübbenau

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 Die rechtlichen und organisatorischen Verhältnisse in den landwirtschaftlichen ➝Produktionsgenossenschaften wurden zunächst durch Ende 1952 und in späterer Fassung im April 1959 vom Ministerrat bestätigte Musterstatuten geregelt, die durch ein von der Volkskammer am 3. 6. 1959 beschlossenes „Gesetz über die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ (GBl.~I, S. 577) wesentlich ergänzt und rechtsverbindlich gemacht worden sind. Dieses Gesetz…

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Luftpolizei (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Bis 1955 übliches Tarnwort für die Luftstreitkräfte der Kasernierten Volkspolizei. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Lufthansa, Deutsche A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftschutz

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Bis 1955 übliches Tarnwort für die Luftstreitkräfte der Kasernierten Volkspolizei. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Lufthansa, Deutsche A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftschutz

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Lukács, Georg (György) (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Ungar, * 13. 4. 1885 in Budapest, Studium der Philosophie, Soziologie und Literaturgeschichte in Budapest und Berlin, Literaturgeschichtler und Kulturphilosoph. Gründete verschiedene Zeitschriften. 1912 in Heidelberg, Freundschaft mit Max Weber. Ende des ersten Weltkrieges Hinwendung zum Sozialismus, später Kommunismus. 1917 Mitgl. der KP Ungarns, in der Rätezeit Volkskommissar für Volksbildung und polit. Kommissar der 5. Roten Division. Nach dem Zusammenbruch der Revolution nach Wien emigriert, leitender Funktionär der KPÖ, 1930–1931 Mitarbeiter im Marx-Engels-Lenin-Institut in Moskau, anschließend bis 1933 in Berlin als Vizepräs. der Berliner Gruppe des Schriftstellerverbandes. Nach 1933 als philos. Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften, der SU. 1945 nach Ungarn zurückgekehrt, Abgeordneter des ungar. Parlaments, Prof. für Ästhetik und Kulturphilosophie an der Univers. Budapest, korrespond. Mitgl. der Deutschen ➝Akademie der Wissenschaften, Mitarbeiter verschiedener literarischer und philosophischer Zeitschriften der SBZ. Bedeutendster Kulturphilosoph und Literaturgeschichtler des Ostens, der sich nach von Simmel und Max Weber beeinflußten Anfängen und längerem Schwanken seit 1923 unter dem Einfluß der Leninschen Schriften dem Dialektischen Materialismus verschrieb. L. war während des Volksaufstandes in Ungarn (Okt./Nov. 1956) Erziehungsminister im Kabinett Imre Nagy, nahm mit Nagy und anderen Kabinettsmitgliedern beim gewaltsamen Sturz der Regierung durch die sowjet. Truppen Asyl in der jugoslaw. Botschaft in Budapest und wurde mit Nagy und anderen beim Verlassen der jugoslaw. Botschaft am 22. 11. 1956 unter Bruch der Zusicherung freien Geleits durch sowjet. Truppen verschleppt; April 1957 freigelassen und nach Budapest zurückgekehrt. Mitarbeiter der ungarischen Akademie der Wissenschaften und ihrer Zeitschrift „Philosophische Rundschau“. Besonders in der SBZ ist L. seit dem Ungarn-Aufstand wiederholt scharf angegriffen und des Revisionismus bezichtigt worden vor allem im Zusammenhang mit dem Harich-Prozeß; Dritter Weg, Entstalinisierung) Veröffentlichungen: „Geschichte und Klassenbewußtsein“, „Fortschritt und Reaktion in der deutschen Literatur“, „Der junge Hegel und die Probleme der kapitalistischen Gesellschaft“, „Die Zerstörung der Vernunft“ u.a. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 269 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für allgemeine Personenrecherchen wird neben der Rubrik BioLeX auch auf andere biographische Nachschlagewerke verwiesen. Luftwaffe A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luxemburg, Rosa

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Ungar, * 13. 4. 1885 in Budapest, Studium der Philosophie, Soziologie und Literaturgeschichte in Budapest und Berlin, Literaturgeschichtler und Kulturphilosoph. Gründete verschiedene Zeitschriften. 1912 in Heidelberg, Freundschaft mit Max Weber. Ende des ersten Weltkrieges Hinwendung zum Sozialismus, später Kommunismus. 1917 Mitgl. der KP Ungarns, in der Rätezeit Volkskommissar für Volksbildung und polit. Kommissar der 5.…

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MAI (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Abk. für Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel. (Außenhandel, Interzonenhandel) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270 Magdeburg A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Maifeier

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Abk. für Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel. (Außenhandel, Interzonenhandel) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270 Magdeburg A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Maifeier

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Leitbetrieb (1965)

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Anleitender Betrieb einer der Erzeugnisgruppen in der Industrie, die seit der Einführung des Neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung durch den organisatorischen Zusammenschluß von Betrieben mit verwandten Produktionsprogrammen zur Rationalisierung der Produktion gebildet werden. Der Werkleiter des L. ist zugleich Leiter der Erzeugnisgruppe. Die organisierende Tätigkeit der L. wird durch die zuständige Vereinigung volkseigener Betriebe gesteuert und kontrolliert. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Leistungsverordnung A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lemmnitz, Alfred

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Anleitender Betrieb einer der Erzeugnisgruppen in der Industrie, die seit der Einführung des Neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung durch den organisatorischen Zusammenschluß von Betrieben mit verwandten Produktionsprogrammen zur Rationalisierung der Produktion gebildet werden. Der Werkleiter des L. ist zugleich Leiter der Erzeugnisgruppe. Die organisierende Tätigkeit der L. wird durch die zuständige Vereinigung…

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Lessing-Preis (1965)

Siehe auch: Lessingpreis: 1962 1963 Lessing-Preis: 1958 1959 1960 1966 1969 Preis, der für hervorragende Werke deutscher Autoren auf dem Gebiet der Bühnendichtung, der Kunsttheorie und der Kunstkritik verliehen wird. (Auszeichnungen) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Leninismus A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Leuna

Siehe auch: Lessingpreis: 1962 1963 Lessing-Preis: 1958 1959 1960 1966 1969 Preis, der für hervorragende Werke deutscher Autoren auf dem Gebiet der Bühnendichtung, der Kunsttheorie und der Kunstkritik verliehen wird. (Auszeichnungen) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Leninismus A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Leuna

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Liberalisierung (1965)

Siehe auch das Jahr 1966 Geläufige, aber wohl am Kern vorbeigehende (und von den Bolschewisten insofern mit Recht als irrig bezeichnete) westliche Deutung der seit dem Tauwetter in den meisten europäischen Volksdemokratien (am wenigsten in der SBZ) und in der UdSSR erfolgten Maßnahmen der Auflockerung. Diese haben durchweg ihre Grenze dort, wo die Autorität der bolschewistischen Führung auf nationaler oder supranationaler Ebene in Frage gestellt wird. Somit kann von einer L. im politischen Sinn auch dort nicht die Rede sein, wo — wie vor allem in Un[S. 261]garn, Polen und neuerdings der CSSR und möglicherweise Rumänien — mehr „kleine Freiheiten“ (auch solche der Meinungsbildung und -äußerung neben solchen verbesserter Konsumwahl und eines toleranteren Klimas zwischen Führung und Gesellschaft) gegeben worden sind. Doch liegt fraglos Zwang für die Führungen vor, angesichts der aus Chruschtschows Politik der aktiven Koexistenz resultierenden Notwendigkeit optimaler Produktionseffekte der Bevölkerung Zug um Zug mehr Konzessionen zu machen. Ob die SBZ davon auf die Dauer ausschließbar ist, bleibt die Frage. Hier umgeht man die L. einstweilen durch Maßnahmen umfassender Versachlichung. Literaturangaben Boettcher, Erik: Die sowjetische Wirtschaftspolitik am Scheidewege. Tübingen 1959, Mohr. 323 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260–261 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liberman-Diskussion

Siehe auch das Jahr 1966 Geläufige, aber wohl am Kern vorbeigehende (und von den Bolschewisten insofern mit Recht als irrig bezeichnete) westliche Deutung der seit dem Tauwetter in den meisten europäischen Volksdemokratien (am wenigsten in der SBZ) und in der UdSSR erfolgten Maßnahmen der Auflockerung. Diese haben durchweg ihre Grenze dort, wo die Autorität der bolschewistischen Führung auf nationaler oder supranationaler Ebene in Frage gestellt wird. Somit kann von einer L. im…

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Linguistik-Briefe (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Die Schriftensammlung Stalins über den „Marxismus in der Sprachwissenschaft“. In den L. durchbrach Stalin die marxistische Theorie [S. 262]vom „Klassencharakter der Sprache“ und wies letzterer eine eigene, aktive Funktion zwischen Basis und Überbau (Marxismus-Leninismus) zu. Daraus entwickelte sich die Diskussion, ob auch anderen, nicht zur „ökonomisch-materiellen Basis“ gehörenden Gesellschaftserscheinungen (z. B. Wissenschaft und Kunst) eine eigenständige Rolle zwischen Basis und Überbau zuerkannt werden könne. Diese wurde zunächst der formalen Logik, der Mathematik und den Naturwissenschaften zuerkannt. Entgegen der orthodoxen marxistischen Auffassung, gesellschaftliche Umwälzungen hätten ihre Wurzel in den widersprüchlichen wirtschaftlichen Verhältnissen, ihnen gingen Veränderungen in den wirtschaftlichen, besonders in den Eigentumsverhältnissen voraus (Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse, Historischer Materialismus), betonte Stalin in den L. erstmals, daß auch der ideologische und institutionelle Überbau, also die staatlichen und parteilichen Organisationen, eine aktive Funktion ausüben können, und schuf damit eine theoretische Begründung für die „kalte Revolution von oben“, die vor allem die bolschewistischen Eingriffe in den Volksdemokratien rechtfertigen sollte. (Stalinismus) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 261–262 Liga für Völkerfreundschaft A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Linie

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Die Schriftensammlung Stalins über den „Marxismus in der Sprachwissenschaft“. In den L. durchbrach Stalin die marxistische Theorie [S. 262]vom „Klassencharakter der Sprache“ und wies letzterer eine eigene, aktive Funktion zwischen Basis und Überbau (Marxismus-Leninismus) zu. Daraus entwickelte sich die Diskussion, ob auch anderen, nicht zur „ökonomisch-materiellen Basis“ gehörenden Gesellschaftserscheinungen (z. B.…

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Literatur-Institut (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 [S. 262]Institut für Literatur. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262 Literatur A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Loch, Hans

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 [S. 262]Institut für Literatur. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262 Literatur A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Loch, Hans

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Lohnfonds (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 a) Begriff in der Planung: die für einen bestimmten Zeitraum geplante Summe der Löhne und Gehälter aller Arbeiter und Angestellten. Der L., der etwa zwei Drittel aller Geldeinnahmen der Bevölkerung ausmacht, wird begrenzt durch den Warenfonds, d. h. durch die Summe der Preise der im Einzelhandel angebotenen Waren und durch die verfügbaren Dienstleistungen (Kauffonds, Kaufkraft). b) Begriff in der Betriebswirtschaft: In den Verwaltungen und in den „volkseigenen“ sowie genossenschaftlichen Betrieben bildet die im bestätigten Arbeitskräfteplan (Arbeitskräfte) vorgesehene Bruttolohn- und -gehaltssumme den L. Nur in seinem Rahmen sollen Lohn- und Gehaltszahlungen vorgenommen werden. (VO vom 8. 9. 1961, GBl. S. 449). Der L. wird in der Praxis oft überschritten. (Lohnpolitik) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265 Lohnausgleich A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohngruppe

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 a) Begriff in der Planung: die für einen bestimmten Zeitraum geplante Summe der Löhne und Gehälter aller Arbeiter und Angestellten. Der L., der etwa zwei Drittel aller Geldeinnahmen der Bevölkerung ausmacht, wird begrenzt durch den Warenfonds, d. h. durch die Summe der Preise der im Einzelhandel angebotenen Waren und durch die verfügbaren Dienstleistungen (Kauffonds, Kaufkraft). b) Begriff in der…

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Lohnsteuer (1965)

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 1975 1979 Die Besteuerung der Lohn- und Gehaltsempfänger beginnt bei einem Monatseinkommen von 182 DM. Der Einkommenszuwachs wird wie folgt erfaßt: Bei 1.260 DM erreicht der Satz für die Besteuerung des Gesamteinkommens 20 v. H. Jeder weitere Einkommenszuwachs wird mit 20 v. H. linear besteuert. In der Praxis heißt das, daß die höheren Einkommen der kommunistischen Eliten relativ niedrig besteuert werden. So zahlt z. B. ein Arbeiter, dessen Monatseinkommen von 600 DM auf 700 DM gestiegen ist, für diesen Einkommenszuwachs 34 DM an L., während ein Parteifunktionär, dessen Monatsgehalt von 1.500 DM auf 1.600 DM angewachsen ist, für diese 100 DM nur 20 DM zu zahlen hat. Bei einem L.-Vergleich mit der BRD fällt auf, daß, wie Tabelle II zeigt, die kleinen Einkommensbezieher in der SBZ stärker belastet sind als in der BRD, umgekehrt das Verhältnis bei höheren Einkommen. Tabelle III bringt einen L.-Vergleich zwischen der Besteuerung eines Monatseinkommens von 625 DM in der SBZ und in der BRD (Stand 1964, inzwischen ist die L. in der BRD weiter gesenkt worden), der zeigt, daß besonders auch Familien mit Kindern in der SBZ stärker von der L. belastet sind als in der BRD. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Lohnpolitik A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Losungen

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 1975 1979 Die Besteuerung der Lohn- und Gehaltsempfänger beginnt bei einem Monatseinkommen von 182 DM. Der Einkommenszuwachs wird wie folgt erfaßt: Bei 1.260 DM erreicht der Satz für die Besteuerung des Gesamteinkommens 20 v. H. Jeder weitere Einkommenszuwachs wird mit 20 v. H. linear besteuert. In der Praxis heißt das, daß die höheren Einkommen der kommunistischen Eliten relativ niedrig besteuert werden. So zahlt z. B. ein Arbeiter, dessen…

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LPG (1965)

Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 Abk. für Landwirtschaftliche ➝Produktionsgenossenschaften. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Lotto A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG-Gemeinschaftseinrichtungen der Zweige der tierischen Produktion

Siehe auch die Jahre 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 Abk. für Landwirtschaftliche ➝Produktionsgenossenschaften. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Lotto A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG-Gemeinschaftseinrichtungen der Zweige der tierischen Produktion

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Lübbenau (1965)

Siehe auch die Jahre 1966 1969 Stadt im brandenburgischen Bezirk Cottbus, an der Spree (Oberspreewald), mit (1963) 14.698 Einwohnern (1950: 5.526). In L. befindet sich das größte Wärmekraftwerk der SBZ im Aufbau, das auf der Braunkohlebasis errichtet wird. (Energiewirtschaft) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 LPG-Gesetz A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lucht, Gerhard

Siehe auch die Jahre 1966 1969 Stadt im brandenburgischen Bezirk Cottbus, an der Spree (Oberspreewald), mit (1963) 14.698 Einwohnern (1950: 5.526). In L. befindet sich das größte Wärmekraftwerk der SBZ im Aufbau, das auf der Braunkohlebasis errichtet wird. (Energiewirtschaft) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 LPG-Gesetz A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lucht, Gerhard

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Luftschutz (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Seit April 1956 geheim vorbereitet, am 11. 4. 1957 durch Regierung angekündigt, am 11. 2. 1958 als Gesetz beschlossen. Dieses L.-Gesetz sieht vor eine angeblich freiwillige „L.-Organisation … unter Anleitung des Ministers des Innern in enger Zusammenarbeit mit den Ausschüssen der NF und den … Massenorganisationen“. Die Bezirks-, Kreis- und Gemeindebehörden und die Leitungen der Betriebe führen den L. durch. Dabei sind „L.-Stäbe zu bilden … aus haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeitern“. Am 11. 2. 1954 wurde die Bildung der „Organisation freiwilliger L.-Helfer“ angeordnet, die bereits Vierzehnjährige umfaßt. Sie soll die Bevölkerung aufklären und schulen. In den größeren Betrieben und bei den Fachabt. der örtlichen Räte (Verwaltungen) bestehen, unter Mitarbeit des Deutschen Roten Kreuzes, die „Dienste des Luftschutzes“: für Nachrichten, Warnung u. Alarmierung; Brandschutz, mediz. u. chem. Schutz; Versorgung; Transport; Bergung u. Instandsetzung; Ordnung und Sicherheit; Techn. Dienst. (Diese Dienste sind, wie der ganze L., ein wesentlicher Teil des Heimatschutzes.) Die Kreisstäbe des L. (z. T. schon mit L.-Offizieren besetzt) unterstehen den Bezirkskommandos des L., diese wiederum dem Kommando des L. im Ministerium. Es gibt elf kasern. L.-Bataillone; ihre Mannschaften sind in den rd. 9.000 Mann des aktiven L. enthalten. Die Uniform ist der Uniform der NVA ähnlich. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Luftpolizei A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftverkehr

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Seit April 1956 geheim vorbereitet, am 11. 4. 1957 durch Regierung angekündigt, am 11. 2. 1958 als Gesetz beschlossen. Dieses L.-Gesetz sieht vor eine angeblich freiwillige „L.-Organisation … unter Anleitung des Ministers des Innern in enger Zusammenarbeit mit den Ausschüssen der NF und den … Massenorganisationen“. Die Bezirks-, Kreis- und Gemeindebehörden und die Leitungen der Betriebe führen den L. durch. Dabei sind…

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Luxemburg, Rosa (1965)

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1966 * 5. 5. 1870 in Zamocs (Polen) als Tochter eines Kaufmanns, † 15. 1. 1919 in Berlin. L. schloß sich bereits als Schülerin der revolutionär-sozialistischen Bewegung an und mußte deshalb 1889 aus Polen fliehen. Studium der Natur- und Staatswissenschaften in Zürich. Zusammen mit Leo Jogisches Gründerin der Sozialdemokratischen Partei in Polen. 1896/97 Aufenthalt in Frankreich, danach Übersiedlung nach Deutschland, durch Scheinehe Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit, Mitarbeiterin der sozialdemokratischen Presse, 1902 Chefredakteurin der „Leipziger Volkszeitung“. Nach Ausbruch der russischen Revolution im Dez. 1905 Rückkehr nach Polen, 1906 dort mehrere Monate in Schutzhaft, 1907 Lehrerin für Nationalökonomie an der Berliner Parteischule der SPD. Zusammen mit Karl ➝Liebknecht Repräsentantin des linken Flügels, im scharfen Gegensatz zum rechten Flügel, insbesondere zu den von Eduard Bernstein vertretenen Auffassungen (Revisionismus), revolutionäre Marxistin; trat in ihren Schriften für den Generalstreik als Auftakt der proletarischen Revolution ein und forderte, die SPD solle den Massenstreik „als spontane Bewegungsweise der proletarischen Masse“ und „Erscheinungsform des proletarischen Kampfes in der Revolution“ bejahen und propagieren. Entgegen der von Lenin und den Bolschewiki (KPdSU) vertretenen Auffassung, die Revolution müsse durch eine rev. Partei organisiert werden, war für L. die Spontaneität der Massen eine entscheidende Voraussetzung der Revolution. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges zusammen mit Karl Liebknecht und Franz Mehring Herausgeberin der Zeitschrift „Die Internationale“. Von 1915 bis 1918 mit kurzer Unterbrechung als Kriegsgegnerin und revolutionäre Sozialistin in Berlin, der Festung Wronke und in Breslau inhaftiert. Zusammen mit Liebknecht Gründerin der KPD (31. 12. 1918), Verfasserin des Parteiprogrammes. Am 15. 1. 1919 von Soldaten der Gardeschützendivision mit Liebknecht in Berlin ermordet. Trotz ihrer Bewunderung für Lenin und die Bolschewiki äußerte sie sich kritisch über die Oktoberrevolution: „Freiheit … nur für die Anhänger einer Partei … ist keine Freiheit. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Der einzige Weg zur Wiedergeburt ist … uneingeschränkte, breiteste Demokratie …“ Wichtigste Schriften: „Sozialreform oder Revolution“ (1899), „Massenstreik, Partei und Gewerkschaften“ (1907), „Einführung in die Nationalökonomie“, „Die Akkumulation des Kapitals“ (1913 — wiss. Hauptwerk), „Die russische Revolution“ (1917). Am bekanntesten sind ihre „Briefe aus dem Gefängnis“. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 269 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/luxemburg-rosa verwiesen. Lukács, Georg (György) A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Magdeburg

Siehe auch die Jahre 1962 1963 1966 * 5. 5. 1870 in Zamocs (Polen) als Tochter eines Kaufmanns, † 15. 1. 1919 in Berlin. L. schloß sich bereits als Schülerin der revolutionär-sozialistischen Bewegung an und mußte deshalb 1889 aus Polen fliehen. Studium der Natur- und Staatswissenschaften in Zürich. Zusammen mit Leo Jogisches Gründerin der Sozialdemokratischen Partei in Polen. 1896/97 Aufenthalt in Frankreich, danach Übersiedlung nach Deutschland, durch Scheinehe Erwerb der deutschen…

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Maifeier (1965)

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Nach 1945 wurde die M. zunächst, wieder wie vor 1933 begangen: als Kampf- und Feiertag für internat. Solidarität der Werktätigen, Achtstundentag u. Gewerkschaftsziele. Doch mehr und mehr mißbrauchten die SED und der FDGB die M. für ihre Agitationszwecke. Der 1.~Mai 1952 wurde hingestellt als Tag des „Friedenskampfes“ (Frieden) im sowjet. Sinne, als Werbetag für eine „Aktionseinheit der Arbeiterklasse“. Schon damals nahm die Armee (bis 1955 KVP) einen breiten Raum bei den Aufmärschen zur M. ein, die von Jahr zu Jahr militärischer wurden. Die Losungen zum 1.~Mai 1962 bezeugten z. B., daß die M. ein Mittel der Parteiagitation und der antreiberischen Staatsmacht wurde: Nr. 23 forderte: „Werktätige … wirtschaftlich rechnen, technisch verbessern, ehrlich arbeiten!“ 27 verlangt: „Chemiewerker … arbeitet nach Bestwerten und Zeitnormativen“; 44 ruft der Armee zu: „Seid Euch der Ehre bewußt, für den Schutz unseres Arbeiter-und-Bauernstaates die Waffe zu tragen!“ Auch in den M.-Losungen 1964 hieß es antreiberisch: „Kollektive der sozialistischen Arbeit! Seid Bahnbrecher des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Setzt euch im sozialistischen Massenwettbewerb an die Spitze!“ Und: „Werktätige der Landwirtschaft! Wetteifert um den besten Zustand der Kulturen und um höchste Erträge auf dem Feld und im Stall!“ Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270 MAI A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Maisprogramm

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Nach 1945 wurde die M. zunächst, wieder wie vor 1933 begangen: als Kampf- und Feiertag für internat. Solidarität der Werktätigen, Achtstundentag u. Gewerkschaftsziele. Doch mehr und mehr mißbrauchten die SED und der FDGB die M. für ihre Agitationszwecke. Der 1.~Mai 1952 wurde hingestellt als Tag des „Friedenskampfes“ (Frieden) im sowjet. Sinne, als Werbetag für eine „Aktionseinheit der Arbeiterklasse“. Schon damals nahm die…

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Lemmnitz, Alfred (1965)

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 * 27. 6. 1905 in Taucha/Sa. als Sohn eines Arbeiters, Volksschule, Schriftsetzer. 1927 SPD, 1931 KPD. Besuch der Heimvolkshochschule Leipzig, dann Universität, nach 1933 illegale Arbeit, zeitweilig inhaftiert, 1937 Emigration nach Holland, 1940 bis 1945 Zuchthaus Brandenburg-Görden. Nach 1945 KPD, SED, Bezirksstadtrat für Volksbildung in Berlin-Spandau, 1948 Promotion und Habilitation, danach Inhaber eines Lehrstuhls f. Politökonomie an der SED Parteihochschule. 1953 o. Professor Univ. Rostock, 1955 Rektor der Hochschule für Finanzwirtschaft in Berlin-Babelsberg, 1954 Leiter der Hochschule für Ökonomie und Planung in Ost-Berlin, 1958 Leiter der Abt. Gesellschaftswissenschaften im Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen. Von Dez. 1958 bis Nov. 1963 Minister für Volksbildung als Nachfolger von Fritz Lange. Mitgl. der Bezirksleitung „Groß-Berlin“ der SED. Seit April 1963 stellv. Vors. d. staatl. Kommission zur Gestaltung eines einheitl. sozialist. Bildungssystems. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/lemmnitz-alfred verwiesen. Leitbetrieb A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lenin

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 * 27. 6. 1905 in Taucha/Sa. als Sohn eines Arbeiters, Volksschule, Schriftsetzer. 1927 SPD, 1931 KPD. Besuch der Heimvolkshochschule Leipzig, dann Universität, nach 1933 illegale Arbeit, zeitweilig inhaftiert, 1937 Emigration nach Holland, 1940 bis 1945 Zuchthaus Brandenburg-Görden. Nach 1945 KPD, SED, Bezirksstadtrat für Volksbildung in Berlin-Spandau, 1948 Promotion und Habilitation, danach Inhaber eines Lehrstuhls f. Politökonomie an der…

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Leuna (1965)

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1966 1969 Industriegemeinde im sachsen-anhaltischen Kreis Merseburg, an der Saale, Bezirk Halle mit (1963) 12.702 Einwohnern (1950: 10.577). L. ist Sitz des größten chemischen Werkes Europas, des L.-Werkes „Walter-Ulbricht“. Als größtes deutsches Stickstoffwerk errichtet, erzeugt das L.-Werk heute u.a. synthetisches Benzin, Dieselkraftstoff, flüssiges Gas, Schwefel, Salzsäure (Chemische Industrie). Literaturangaben Böhmer, Karl Hermann: Deutschland hinter dem Eisernen Vorhang — Sowjetische Besatzungszone (neubearb. v. Eugen Stamm). Essen 1962, Tellus-Verlag. 64 S. m. zahlr. Abb. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Lessing-Preis A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Leuschner, Bruno

Siehe auch die Jahre 1960 1962 1963 1966 1969 Industriegemeinde im sachsen-anhaltischen Kreis Merseburg, an der Saale, Bezirk Halle mit (1963) 12.702 Einwohnern (1950: 10.577). L. ist Sitz des größten chemischen Werkes Europas, des L.-Werkes „Walter-Ulbricht“. Als größtes deutsches Stickstoffwerk errichtet, erzeugt das L.-Werk heute u.a. synthetisches Benzin, Dieselkraftstoff, flüssiges Gas, Schwefel, Salzsäure (Chemische Industrie). Literaturangaben Böhmer, Karl Hermann:…

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Liberman-Diskussion (1965)

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 1985 Im Sept. 1960 in der SU — offensichtlich mit voller Billigung Chruschtschows — durch eine Veröffentlichung des Charkower Wirtschaftsprofessors Liberman eingeleitete öffentliche Diskussion über eine Reform der Planung und Leitung der Wirtschaft. Das Hauptargument von Prof. Liberman war: Die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitarbeiters in den Betrieben, die Produktivität der Betriebe und damit die Gesamtproduktivität der Wirtschaft können mit dem bisher praktizierten System der Wirtschaftsleitung nicht optimal entwickelt werden. Es sei daher notwendig, den Betrieben mehr Freiheit zu geben. Die zentrale Planung solle sich auf die Festsetzung des Produktionsvolumens, des Sortiments und der Liefertermine beschränken und den Betrieben mehr eigene Befugnisse und Dispositionsmöglichkeiten geben. Vor allem sollten die Betriebe Einfluß nehmen können auf die Preise mit dem Ziel, zu einer wirklichen Deckung der Selbstkosten zu kommen. Der Betriebsgewinn müsse im Mittelpunkt des Wirtschaften der Betriebsleitungen und der Belegschaften stehen. Dazu müsse auch das System der Prämien geändert werden, insbesondere müsse die Prämienhöhe für alle Betriebsangehörigen echte Anreize zur Leistungssteigerung bieten. Die Veröffentlichung Prof. Libermans löste teils Zustimmung, teils heftige Ablehnung aus. Zu den Ablehnern der Vorschläge gehörten insbesondere die Politfunktionäre. Sie argwöhnen, daß eine Lockerung der Zentralverwaltungswirtschaft in letzter Konsequenz die Macht der Partei über die Wirtschaft untergraben müsse. Auf der November-Tagung (1962) des ZK der KPdSU zeigte es sich, daß Chruschtschow zu einem Kompromiß bereit war. Im Anschluß an seine Rede beschloß das ZK, die Führung der Wirtschaft durch von der Partei kontrollierte zentrale Instanzen beizubehalten. Die Parteiorganisation und ihre Funktionäre sollen geschult werden, um sie zu befähigen, die Wirtschaft sachkundiger als bisher anzuleiten und zu kontrollieren. Andererseits beschloß das ZK, den Forderungen der Wirtschaftsfunktionäre nach größerer Selbständigkeit und erweiterter Dispositionsbefugnis etwas entgegenzukommen. Bezüglich der Rolle des „Gewinns“ aber wurde betont, daß dieser zwar für den einzelnen Betrieb Gradmesser sein könne, daß aber die Volkswirtschaft als Ganzes nicht nach diesem Prinzip geplant werden könne. Da am Prinzip der staatlichen Festpreise festgehalten wird und nach wie vor der zentrale Plan gilt, führte die LD. nicht zu einer grundlegenden Änderung des Wirtschaftssystems in der SU. Die LD. hatte auch Auswirkungen in der SBZ, führte aber auch dort nicht zu einem Systemwechsel. (Neues ökonomisches System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 261 Liberalisierung A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liebknecht, Karl

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 1985 Im Sept. 1960 in der SU — offensichtlich mit voller Billigung Chruschtschows — durch eine Veröffentlichung des Charkower Wirtschaftsprofessors Liberman eingeleitete öffentliche Diskussion über eine Reform der Planung und Leitung der Wirtschaft. Das Hauptargument von Prof. Liberman war: Die Arbeitsleistung jedes einzelnen Mitarbeiters in den Betrieben, die Produktivität der Betriebe und damit die Gesamtproduktivität der Wirtschaft können mit…

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Linie (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Im Pj. die von der Parteiführung festgelegte „Strategie und Taktik“ zur Erreichung bestimmter Ziele. Das Auftreten und die Handlungen aller Funktionäre und Parteimitgl. sollen mit der L. übereinstimmen. Abweichungen von der jeweiligen L. werden als Verstöße gegen die Parteidisziplin bestraft. Überraschende Änderungen der L. in den kommun. Parteien, meist durch vorangegangene Ereignisse in der SU verursacht, bringen die Funktionäre und Parteiagitatoren in die Verlegenheit, neue Parteibeschlüsse vertreten zu müssen, die im Widerspruch zu vorangegangenen Anweisungen stehen (Neuer Kurs). Die Generallinie, etwa für den Aufbau bzw. die Vollendung des Sozialismus und den Übergang zum Kommunismus (Periodisierung), ist für alle kommun. Parteien des Ostblocks verbindlich. Sie haben jedoch die Möglichkeit, bei ihrer Verwirklichung die jeweiligen Gegebenheiten des betreffenden Landes zu berücksichtigen und zum mindesten für begrenzte Zeitabschnitte, etwa für die Kollektivierung der Landwirtschaft oder für die Förderung bestimmter Industrien (Rumänien!), eine eigene L. im Rahmen der Generallinie auszuarbeiten. Neuerdings ist die von der KPdSU fixierte L. generell von der Führung der chinesischen Kommunisten in Frage gestellt. (Polyzentrismus, Chinesisch-sowjetischer Konflikt) Literaturangaben Brzezinski, Zbigniew K.: Der Sowjetblock — Einheit und Konflikt (a. d. Amerik.). Köln 1962, Kiepenheuer und Witsch. 581 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262 Linguistik-Briefe A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Linse, Walter

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Im Pj. die von der Parteiführung festgelegte „Strategie und Taktik“ zur Erreichung bestimmter Ziele. Das Auftreten und die Handlungen aller Funktionäre und Parteimitgl. sollen mit der L. übereinstimmen. Abweichungen von der jeweiligen L. werden als Verstöße gegen die Parteidisziplin bestraft. Überraschende Änderungen der L. in den kommun. Parteien, meist durch vorangegangene Ereignisse in der SU verursacht,…

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Loch, Hans (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 2. 11. 1898 in Köln als Sohn eines Schlossers, gest. am 13. 7. 1960. Studium der Rechtswissenschaft und Philosophie, Dr. jur., bis 1933 Verbands- und Steuersyndikus in Berlin, 1936 bis 1938 nach Holland emigriert, danach wieder Syndikus verschiedener Wirtschaftsunternehmen in Deutschland, Kriegsdienst. 1945 wurde L. Mitbegründer der thüringischen LDP, im Okt. 1946 Oberbürgermeister von Gotha, von 1948 bis 1949 Minister für Justiz in Tür., Mitgl. der DWK. Seit 7. 10. 1949 Minister der Finanzen, seit Nov. 1950 gleichzeitig stellv. Ministerpräsident sowie seit 1954 Mitgl. des Präsidiums des Ministerrates. 24. 11. 1955 „auf eigenen Wunsch“ als Finanzminister entlassen, blieb aber stellv. Ministerpräsident. L. wurde am 19. 1. 1949 Vors. des Landesverbandes Thüringen der LDPD, im Febr.~1948 stellv. Vors., im Juli 1951 zusammen mit Hamann gleichberechtigter Vors. der LDP. Seit der Verhaftung Hamanns im Dez. 1952 war L. Alleinvors. der LDPD. Im Jan. 1954 wurde L. zum Vors. des Ausschusses für deutsche Einheit ernannt. Seit 7. 10. 1949 Abg. der Volkskammer. L. ist für die Gleichschaltung der LDP mitverantwortlich. Literaturangaben SBZ-Biographie — Ein biographisches Nachschlagebuch über die SBZ Deutschlands (bearb. vom Untersuchungsausschuß Freiheitl. Juristen). 3., erw. Aufl. (BMG) 1965. 406 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/loch-hans verwiesen. Literatur-Institut A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohberger, Kurt

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 2. 11. 1898 in Köln als Sohn eines Schlossers, gest. am 13. 7. 1960. Studium der Rechtswissenschaft und Philosophie, Dr. jur., bis 1933 Verbands- und Steuersyndikus in Berlin, 1936 bis 1938 nach Holland emigriert, danach wieder Syndikus verschiedener Wirtschaftsunternehmen in Deutschland, Kriegsdienst. 1945 wurde L. Mitbegründer der thüringischen LDP, im Okt. 1946 Oberbürgermeister von Gotha, von 1948 bis 1949 Minister…

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Lohngruppe (1965)

Siehe auch: Lohngruppe: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Lohngruppen: 1975 1979 Für die durch VO oder Rahmenkollektivvertrag festgesetzten Löhne (Arbeitsrecht) bestehen 8 verschiedene, stark gestaffelte Lohngruppen. (Lohnpolitik, Wirtschaftszweiglohngruppenkatalog) Literaturangaben Haas, Gerhard, und Alfred Leutwein: Die rechtliche und soziale Lage der Arbeitnehmer in der sowjetischen Besatzungszone. 5., erw. Aufl. (BB) 1959. Teil I (Text) 264 S., Teil II (Anlagen) 162 S. Mampel, Siegfried, und Karl Hauck: Sozialpolitik in Mitteldeutschland (Sozialpolitik in Deutschland, H. 48, hrsg. v. Bundesmin. f. Arbeit …). Stuttgart usw. 1961, Kohlhammer. 87 S. Mampel, Siegfried: Das Gesetzbuch der Arbeit der Sowjetzone und das Arbeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland — ein Vergleich. 5. Aufl. (hrsg. v. Bundesmin. für Arbeit …). Bonn 1962. 64 S. Mampel, Siegfried: Beiträge zum Arbeitsrecht der sowjetischen Besatzungszone (BMG) 1963. 135 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265 Lohnfonds A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohngruppenkatalog

Siehe auch: Lohngruppe: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 Lohngruppen: 1975 1979 Für die durch VO oder Rahmenkollektivvertrag festgesetzten Löhne (Arbeitsrecht) bestehen 8 verschiedene, stark gestaffelte Lohngruppen. (Lohnpolitik, Wirtschaftszweiglohngruppenkatalog) Literaturangaben Haas, Gerhard, und Alfred Leutwein: Die rechtliche und soziale Lage der Arbeitnehmer in der sowjetischen Besatzungszone. 5., erw. Aufl. (BB) 1959. Teil I (Text) 264 S., Teil II (Anlagen)…

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Losungen (1965)

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 Nach dem Vorbild der KPdSU gab das ZK der SED 1948 zum ersten Male 30, später regelmäßig anläßlich politischer Kongresse oder Feiertage bis zu 90 L. heraus, die die jeweiligen Absichten der Partei und der Regierungspolitik widerspiegeln und in den zuständigen Gremien vor der Veröffentlichung eingehend diskutiert, von den Apparatschiks als Leitschnur der Agitation und Propaganda beachtet, durch Sichtwerbung popularisiert und von den Gegnern des Regimes als Fingerzeige für die allgemeinen innen- und außenpolitischen Tendenzen des Tages studiert werden. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Lohnsteuer A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lotterie

Siehe auch die Jahre 1963 1966 1969 Nach dem Vorbild der KPdSU gab das ZK der SED 1948 zum ersten Male 30, später regelmäßig anläßlich politischer Kongresse oder Feiertage bis zu 90 L. heraus, die die jeweiligen Absichten der Partei und der Regierungspolitik widerspiegeln und in den zuständigen Gremien vor der Veröffentlichung eingehend diskutiert, von den Apparatschiks als Leitschnur der Agitation und Propaganda beachtet, durch Sichtwerbung popularisiert und von den Gegnern des Regimes…

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LPG-Gemeinschaftseinrichtungen der Zweige der tierischen Produktion (1965)

Siehe auch das Jahr 1966 Die nach der totalen Zwangskollektivierung angestrebte betriebswirtschaftliche Umstellung auf industriemäßige Produktionsmethoden in der Landwirtschaft im Zuge des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft sieht eine zunehmende Konzentration, Spezialisierung und Arbeitsteilung der Agrarproduktion vor. Da die geforderte Konzentration bestimmter Nutzungszweige der Vieh Wirtschaft, wie vor allem Jungrinderaufzucht, Schaf- und Geflügelhaltung, z. T. nicht mehr auf innerbetrieblicher Grundlage möglich ist, können mehrere LPG, ohne Rücksicht auf verwaltungsterritoriale Grenzen, Gemeinschaftseinrichtungen mit den Organen Bevollmächtigtenversammlung, Vorstand und Revisionskommission bilden. Rechtsgrundlage ist neben dem LPG-Gesetz die AO über die Bildung und das Musterstatut der G. (GBl. III/1964, S. 324). Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 LPG A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG-Gemeinschaftseinrichtungen zur Beschaffung landwirtschaftlicher Produktionsmittel

Siehe auch das Jahr 1966 Die nach der totalen Zwangskollektivierung angestrebte betriebswirtschaftliche Umstellung auf industriemäßige Produktionsmethoden in der Landwirtschaft im Zuge des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft sieht eine zunehmende Konzentration, Spezialisierung und Arbeitsteilung der Agrarproduktion vor. Da die geforderte Konzentration bestimmter Nutzungszweige der Vieh Wirtschaft, wie vor allem Jungrinderaufzucht, Schaf- und…

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Lucht, Gerhard (1965)

Siehe auch das Jahr 1966 * 10. 6. 1913 in Berlin als Sohn eines Arbeiters. Nach Besuch von Volks- u. Mittelschule kaufmänn. Lehre, danach Tätigkeit als Buchhalter. 1931 SPD. Teilnehmer am 2. Weltkrieg. Kriegsgefangenschaft. 1945 KPD. Leiter des Organisationsbüros für Vorbereitung der Konsumgenossenschaften in Sachsen-Anhalt, 1946 bis 1948 1.~Vors. des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Konsumgenossenschaften. 1949–1954 im Präsidium des Verbandes dt. Konsumgenossenschaften. 1952–1963 dessen Präs. Seit 1950 Abg. der Volkskammer. Okt. 1950 Min. f. Handel und Versorgung als Nachfolger von Curt Heinz Merkel. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/lucht-gerhard verwiesen. Lübbenau A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lufthansa, Deutsche

Siehe auch das Jahr 1966 * 10. 6. 1913 in Berlin als Sohn eines Arbeiters. Nach Besuch von Volks- u. Mittelschule kaufmänn. Lehre, danach Tätigkeit als Buchhalter. 1931 SPD. Teilnehmer am 2. Weltkrieg. Kriegsgefangenschaft. 1945 KPD. Leiter des Organisationsbüros für Vorbereitung der Konsumgenossenschaften in Sachsen-Anhalt, 1946 bis 1948 1.~Vors. des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Konsumgenossenschaften. 1949–1954 im Präsidium des Verbandes dt. Konsumgenossenschaften. 1952–1963…

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Luftverkehr (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Bis 1956 wurde der L. ausschließlich von den L.-Gesellschaften der SU und der Volksdemokratien betrieben. Durch die Gründung einer eigenen L.-Gesellschaft 1954 mit dem traditionellen Namen Deutsche Lufthansa wurde der Aufbau eines eigenen sowjetzonalen L. vorbereitet. Die Deutsche Lufthansa wurde zunächst dem Ministerium des Innern, 1957 dem Ministerium für Nationale Verteidigung und schließlich 1958 dem Ministerium für Verkehrswesen unterstellt. Der regelmäßige Flugdienst wurde 1956 mit der Eröffnung der Linie Berlin-Warschau aufgenommen. Auf Grund von Gerichtsentscheidungen durfte kein sowjetzonales Flugzeug mit dem Zeichen der alten Deutschen Lufthansa (stilisierter fliegender Kranich) und unter dem Namen „Deutsche Lufthansa“ einen Flughafen eines westlichen Landes anfliegen. In Ost-Berlin wurde deshalb im Sept. 1958 eine neue Fluggesellschaft mit dem Namen Interflug GmbH gegründet, die, nachdem sie fünf Jahre lang neben der „Lufthansa“ bestanden hatte, am 1. 9. 1963 nach Auflösung der „Lufthansa“ den Gesamtluftbetrieb der SBZ übernahm. Der Inlands-L. mit eigenen Maschinen war im Sommer 1957 aufgenommen worden. Von Berlin-Schönefeld aus werden regelmäßig angeflogen: Leipzig, Barth (Ostsee), Dresden und Erfurt. Ferner bestehen von Leipzig, Dresden und Erfurt ebenfalls Luftverbindungen nach Barth, das hauptsächlich als Flugplatz für den Ostseebäder-Verkehr dient. In Rostock und Chemnitz wurden neue Flughäfen angelegt. Im internationalen Verkehr werden von der „Interflug“ gegenwärtig Fluglinien nach Moskau, Budapest, Bukarest, Prag, Warschau, Sofia und Tirana bedient. Neben den [S. 269]planmäßigen Flügen führt die „Interflug“ auch Bedarfsflüge durch, besonders für politische und diplomatische Delegationen. Der Bestand der „Interflug“ an Flugzeugen umfaßt 27 Maschinen, größtenteils aus Sowjet. Produktion, vom (sowjetischen) Typ IL 14. 1960 sind 5 sowjet. Maschinen des Typs IL 18 (Propeller-Turbinen-Antrieb) gekauft und für den Auslandsverkehr in Dienst gestellt worden. Da Ersatzteile aus der SU bezogen werden müssen, fallen reparaturbedürftige Maschinen oft längere Zeit für den Verkehr aus. Der L. ist unwirtschaftlich und muß subventioniert werden. 1963 wurden 328.000 Passagiere befördert, davon etwa die Hälfte im Inlandsverkehr (Vergleich dazu: von Flughäfen der Bundesrepublik aus wurden 1963 etwa 5,5 Mill. Passagiere befördert.) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268–269 Luftschutz A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftwaffe

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Bis 1956 wurde der L. ausschließlich von den L.-Gesellschaften der SU und der Volksdemokratien betrieben. Durch die Gründung einer eigenen L.-Gesellschaft 1954 mit dem traditionellen Namen Deutsche Lufthansa wurde der Aufbau eines eigenen sowjetzonalen L. vorbereitet. Die Deutsche Lufthansa wurde zunächst dem Ministerium des Innern, 1957 dem Ministerium für Nationale Verteidigung und schließlich 1958 dem Ministerium…

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Maetzig, Kurt (1965)

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 * 25. 1. 1911. Sohn eines Filmkaufmanns. Studium und Promotion zum Dr. phil. Von den Nazis aus rass. Gründen verfolgt. Bis 1945 kaufm. Angestellter in der Filmentwicklung u. Kopieranstalt seines Vaters u. d. Gesellschaft f. Druck u. Tonfilm in Werder/Havel. Nach 1945 Mit- begr. der DEFA. Mitgl. der SED. Rektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst u. Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Prominenter DEFA-Regisseur. Mitgl. der Akademie der Künste. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 279 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/maetzig-kurt verwiesen. Matthes, Heinz A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Mauer

Siehe auch die Jahre 1959 1960 1962 1963 1966 * 25. 1. 1911. Sohn eines Filmkaufmanns. Studium und Promotion zum Dr. phil. Von den Nazis aus rass. Gründen verfolgt. Bis 1945 kaufm. Angestellter in der Filmentwicklung u. Kopieranstalt seines Vaters u. d. Gesellschaft f. Druck u. Tonfilm in Werder/Havel. Nach 1945 Mit- begr. der DEFA. Mitgl. der SED. Rektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst u. Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Prominenter DEFA-Regisseur. Mitgl. der Akademie der Künste.…

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Maisprogramm (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Zu den Neuerermethoden in der Landwirtschaft gehörige Kampagne zum vermehrten Anbau von Grün- und Silomais. Nach sowjet. Vorbild von Ulbricht auf der 33. Tagung des ZK verkündet, von Chruschtschow persönlich anläßlich seines Besuches im Aug.~1957 propagiert: „Der Mais — das ist Wurst am Stiel.“ Obwohl die gesteckten Anbaupläne unrealistisch sind und noch in keinem Jahr erfüllt werden konnten, hat sich unter dem starken Planungsdruck die Maiserntefläche von 10.089 ha (1955) auf 438.730 ha (1960) erhöht und erreichte damit einen Ackerflächenanteil von 9 v. H. während das zentrale Planziel sogar bei 10 v. H. lag. In den Folgejahren ist der Umfang der Erntefläche zurückgegangen, da die vor allem witterungsbedingten Mißernten in den Jahren 1959 bis 1962 deutlich erwiesen, daß ein einseitig auf Mais aufgebauter Feldfutterbau in Mitteldeutschland hohe Ertragsrisiken in sich birgt. Das wiederholte Versagen der Futtermaiskultur deckt einen für die Grundfutterversorgung der stark aufgestockten Rindviehbestände und deren Leistungen folgenschweren zentralen Planungsfehler auf. (Landwirtschaft) Literaturangaben Kramer, Matthias: Die Landwirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone. 4. Aufl. (unter Mitarb. v. Gerhard Heyn und Konrad Merkel). (BB) 1957. Teil I (Text) 159 S., Teil II (Anlagen) 224 S. Merkel, Konrad, und Eduard Schuhans: Die Agrarwirtschaft in Mitteldeutschland — Sozialisierung und Produktionsergebnisse. (BB) 2., erw. Aufl. 1963. 200 S. m. 53 Tab. (Führt M. Kramers Schrift fort.) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270 Maifeier A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Makarenko, Anton Semjonowitsch

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Zu den Neuerermethoden in der Landwirtschaft gehörige Kampagne zum vermehrten Anbau von Grün- und Silomais. Nach sowjet. Vorbild von Ulbricht auf der 33. Tagung des ZK verkündet, von Chruschtschow persönlich anläßlich seines Besuches im Aug.~1957 propagiert: „Der Mais — das ist Wurst am Stiel.“ Obwohl die gesteckten Anbaupläne unrealistisch sind und noch in keinem Jahr erfüllt werden konnten, hat sich unter dem starken Planungsdruck die…

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Lenin (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin. * 22. 4. 1870 in Simbirsk, † 21. 1. 1924 in Gorki. Sohn eines Gymnasiallehrers, wurde Rechtsanwalt, 1897 wegen sozialistischer Agitation nach Sibirien verbannt. Seit 1903 Führer des extremen Flügels der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, der Bolschewiki (Bolschewismus, KPdSU). 1907–1917 im Exil in London, Paris, Wien und Zürich. 1917 mit Duldung der deutschen Regierung nach Rußland zurückgekehrt, wo er zusammen mit Trotzki (Trotzkismus) die Kerenski-Regierung stürzte und die kommun. Räterepublik gründete, an deren Spitze er als „Vorsitzender des Rats der Volkskommissare“ bis zu seinem Tode stand. L. beendete 1921 den vierjährigen Bürgerkrieg, gab dann den „Kriegskommunismus“ zugunsten der milderen „Neuen Ökonomischen Politik“ (NÖP) auf, gründete die III. Internationale (Komintern). Sein Grab vor dem Kreml wurde nationale Kultstätte. Wichtigste theoretische Werke: „Was tun ?“ (1902), „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“ (1904). „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“ (1905), „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ (1916), „Staat und Revolution“ (1917). (Marxismus-Leninismus, Stalinismus) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/lenin verwiesen. Lemmnitz, Alfred A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Leninismus

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin. * 22. 4. 1870 in Simbirsk, † 21. 1. 1924 in Gorki. Sohn eines Gymnasiallehrers, wurde Rechtsanwalt, 1897 wegen sozialistischer Agitation nach Sibirien verbannt. Seit 1903 Führer des extremen Flügels der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, der Bolschewiki (Bolschewismus, KPdSU). 1907–1917 im Exil in London, Paris, Wien und Zürich. 1917 mit Duldung der deutschen…

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Leuschner, Bruno (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 12. 8. 1910 in Berlin als Sohn eines Arbeiters, Volksschule, kaufm. Angestellter, 1931 Mitgl. der KPD, wegen illegaler Arbeit 1936 verhaftet. 1937 6 Jahre Zuchthaus, dann KZ. 1945 KPD, Leiter der Abt. Wirtschaft im Parteivorst. der SED. 1947 Leiter der Abt. Planung der DWK, seit 9. 3. 1948 Leiter der Hauptverwaltung Planung in der deutschen Zentralverwaltung für Wirtschaft und stellv. Vors. der DWK, am 14. 10. 1949 zum Staatssekretär im Ministerium für Planung ernannt, seit dem 16. 11. 1950 stellv. Vors., seit dem 23. 5. 1952 Vors. der Staatlichen ➝Plankommission, seit 1. 12. 1955 Stellv. des Vors. des Ministerrats. Im Juli 1961 von seiner Funktion als Vors. der Staatlichen Plankommission entbunden und als Stellv. des Vors. des Ministerrates mit der „Koordinierung der wirtschaftlichen Grundaufgaben“ im Präsidium des Ministerrates beauftragt und seit Juli 1962 als Vertreter der SBZ Mitglied des Exekutivkomitees des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe. Seit Juli 1950 Mitgl. des ZK der SED, seit Juli 1952 Kandidat, seit Juli 1959 Mitgl. des Politbüros. Seit 7. 10. 1949 Abg. der Volkskammer. Von Sept. 1960 bis Nov.~1960 Mitgl. des Staatsrats. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 260 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/leuschner-bruno-max verwiesen. Leuna A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liberal-Demokratische Partei Deutschlands

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 12. 8. 1910 in Berlin als Sohn eines Arbeiters, Volksschule, kaufm. Angestellter, 1931 Mitgl. der KPD, wegen illegaler Arbeit 1936 verhaftet. 1937 6 Jahre Zuchthaus, dann KZ. 1945 KPD, Leiter der Abt. Wirtschaft im Parteivorst. der SED. 1947 Leiter der Abt. Planung der DWK, seit 9. 3. 1948 Leiter der Hauptverwaltung Planung in der deutschen Zentralverwaltung für Wirtschaft und stellv. Vors. der DWK, am 14. 10. 1949 zum…

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Liebknecht, Karl (1965)

Siehe auch die Jahre 1963 1966 * 13. 8. 1871 in Leipzig als Sohn des späteren sozialdem. Parteiführers und Reichstagsabg. Wilhelm L., gest. 15. 1. 1919 in Berlin. Studium der Rechtswissenschaft, später Anwalt in Berlin, vor allem Verteidiger in pol. Strafprozessen. Kriegsgegner und rev. Sozialist, 1907 aus politischen Gründen zu 1½ Jahren Festung verurteilt, führend in der soz. Jugendinternationale, 1908 sozialdem. Abgeordneter in Preußen, ab 1912 M.d.R., zusammen mit Rosa ➝Luxemburg, seiner engen Kampfgefährtin, Repräsentant des linksradikalen Flügels der SPD. Stimmte am 4. 12. 1914 als erster sozialdem. Reichstagsabgeordneter gegen die Bewilligung der Kriegskredite und bezeichnete den Krieg als „imperialistischen Eroberungskrieg“. Wegen seiner Antikriegs-Propaganda 1916 aus der SPD ausgeschlossen. Führend in der „Gruppe Internationale“ bzw. im Spartakusbund (KPD). Am 1. 5. 1916 auf einer Antikriegsdemonstration in Berlin verhaftet und wegen Hochverrats zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Rief am 9. 11. 1918 vor dem Berliner Schloß „die freie sozialistische Republik Deutschland“ aus und forderte mit der Losung „Alle Macht den Arbeiter- und Soldatenräten“ die sofortige Überleitung der bürgerlichen in die sozialistische Revolution. Mitbegründer der KPD (31. 12. 1918), nach dem kommun. Januaraufstand am 15. 1. 1919 von Soldaten der Gardeschützendivision zusammen mit Rosa Luxemburg ermordet. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 261 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/liebknecht-karl verwiesen. Liberman-Diskussion A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Liga für Völkerfreundschaft

Siehe auch die Jahre 1963 1966 * 13. 8. 1871 in Leipzig als Sohn des späteren sozialdem. Parteiführers und Reichstagsabg. Wilhelm L., gest. 15. 1. 1919 in Berlin. Studium der Rechtswissenschaft, später Anwalt in Berlin, vor allem Verteidiger in pol. Strafprozessen. Kriegsgegner und rev. Sozialist, 1907 aus politischen Gründen zu 1½ Jahren Festung verurteilt, führend in der soz. Jugendinternationale, 1908 sozialdem. Abgeordneter in Preußen, ab 1912 M.d.R., zusammen mit Rosa ➝Luxemburg,…

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Linse, Walter (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 23. 8. 1903 in Chemnitz als Sohn des Postsekretärs Max L. Juristische Ausbildung bis 1931, Rechtsanwalt in Chemnitz bis 1938, von Mai 1938 bis 31. 3. 1946 Referent und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz. April 1949 Flucht nach West-Berlin. Am 15. 1. 1951 Eintritt in den Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen, alsbald Leiter der Abt. Wirtschaftrecht, wo Dr. L. vornehmlich die mit den rechtsstaatswidrigen Enteignungen in der SBZ zusammenhängenden Fragen bearbeitete. Am 8. 7. 1952 wurde Dr. L. gegen 7.25 Uhr auf dem Wege zur Arbeitsstelle unweit seiner Wohnung in Berlin-Lichterfelde von beauftragten Agenten des Staatssicherheitsdienstes angesprochen, hinterrücks mit einem bis dahin versteckt gehaltenen Sandsack niedergeschlagen, in ein mit laufendem Motor bereitstehendes Auto gezerrt und in die SBZ verschleppt. Er erhielt dabei einen Schuß in das Bein. Auf Verfolger wurde geschossen, der sowjetzonale Schlagbaum wurde für das Auto der Menschenräuber kurz geöffnet. Auf einen scharfen westalliierten Protest erklärten die Sowjets, von der Angelegenheit nichts zu wissen und Dr. L. nicht in Gewahrsam zu haben. Inoffiziell wurde bekannt, daß Dr. L. wenige Tage nach dieser sowjet. Antwort den Sowjets vom SSD übergeben und dann längere Zeit im NKWD-Gefängnis Berlin-Karlshorst gefangengehalten wurde. Inzwischen entlassene politische Häftlinge sind dort zeitweise mit ihm zusammengetroffen. Im Sommer 1953 wurde Dr. L. in das sowjet. Militärgefängnis Berlin-Lichtenberg verlegt. Hier wurde er zu einer 25jährigen Freiheitsstrafe verurteilt und anschließend in die SU abtransportiert. Seitdem war sein Schicksal ungewiß, bis das Sowjetische Rote Kreuz Ende Mai 1960 offiziell mitteilte, daß Dr. L. bereits am 15. 12. 1953 in der SU verstorben sei. Diese Mitteilung wurde dann aber in einem dem DRK Anfang Sept. 1960 zugegangenen Schreiben des Sowjet. Roten Kreuzes als Irrtum eines Sachbearbeiters bezeichnet und dementiert. Durch Beschluß des Amtsgerichts Berlin-Lichterfelde vom 5. 12. 1962 wurde Dr. Linse für tot erklärt. (Menschenraub) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/linse-walter verwiesen. Linie A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Literatur

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 * 23. 8. 1903 in Chemnitz als Sohn des Postsekretärs Max L. Juristische Ausbildung bis 1931, Rechtsanwalt in Chemnitz bis 1938, von Mai 1938 bis 31. 3. 1946 Referent und Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz. April 1949 Flucht nach West-Berlin. Am 15. 1. 1951 Eintritt in den Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen, alsbald Leiter der Abt. Wirtschaftrecht, wo Dr. L. vornehmlich die mit den rechtsstaatswidrigen…

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Lohberger, Kurt (1965)

Siehe auch die Jahre 1963 1966 * 2. 6. 1914 als Sohn eines Bergarbeiters, Maurerlehre. 1930 in KJVD, bald in KPD, aktiv gegen Weimarer Republik. Agitierte seit 1933 im Untergrund, kämpfte seit 1937 in kommun. Internat. Brigade im Spanienkrieg. War 1939–1941 von französ. Regierung interniert. Wurde nach Auslieferung an das Deutsche Reich zu Zuchthaus ver[S. 265]urteilt. 1943 zur „Einheit 999“ der Wehrmacht, lief in Griechenland zu kommun. ELAS-Partisanen über. Seit 1948 in SED und KVP. Wurde etwa 1950 Abt.-Leiter in Politverw. der KVP, 1952 Oberst. Ab 1954 stellv. Chef für Politarbeit im Armeekorps Nord der NVA. 1961 Leiter der Polit-Offiziersschule. Seit 1. 3. 1963 1.~Vors. der Gesellschaft für ➝Sport und Technik. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 262, 265 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für diesen Eintrag wird auf den Personeneintrag in der Rubrik BioLeX www.kommunismusgeschichte.de/article/detail/lohberger-kurt verwiesen. Loch, Hans A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohnausgleich

Siehe auch die Jahre 1963 1966 * 2. 6. 1914 als Sohn eines Bergarbeiters, Maurerlehre. 1930 in KJVD, bald in KPD, aktiv gegen Weimarer Republik. Agitierte seit 1933 im Untergrund, kämpfte seit 1937 in kommun. Internat. Brigade im Spanienkrieg. War 1939–1941 von französ. Regierung interniert. Wurde nach Auslieferung an das Deutsche Reich zu Zuchthaus ver[S. 265]urteilt. 1943 zur „Einheit 999“ der Wehrmacht, lief in Griechenland zu kommun. ELAS-Partisanen über. Seit 1948 in SED und KVP.…

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Lohngruppenkatalog (1965)

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Wirtschaftszweiglohngruppenkatalog. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265 Lohngruppe A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohnpolitik

Siehe auch die Jahre 1953 1954 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 Wirtschaftszweiglohngruppenkatalog. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 265 Lohngruppe A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lohnpolitik

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Lotterie (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Zugelassen sind: Zahlen-Lotto, Sportfest-Toto, Sport-Toto und Berliner Bärenlotterie. Mehr als 18 Mill. DM Ost sollen wöchentlich eingesetzt worden sein. (Lt. DFW 7/1958, S. 200) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Losungen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lotto

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 1979 1985 Zugelassen sind: Zahlen-Lotto, Sportfest-Toto, Sport-Toto und Berliner Bärenlotterie. Mehr als 18 Mill. DM Ost sollen wöchentlich eingesetzt worden sein. (Lt. DFW 7/1958, S. 200) Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 Losungen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lotto

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LPG-Gemeinschaftseinrichtungen zur Beschaffung landwirtschaftlicher Produktionsmittel (1965)

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 ländliche ➝Genossenschaften. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 LPG-Gemeinschaftseinrichtungen der Zweige der tierischen Produktion A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG-Gesetz

Siehe auch die Jahre 1966 1969 1975 1979 ländliche ➝Genossenschaften. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 267 LPG-Gemeinschaftseinrichtungen der Zweige der tierischen Produktion A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z LPG-Gesetz

DDR A-Z 1965

Lufthansa, Deutsche (1965)

Siehe auch: Deutsche Lufthansa: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Lufthansa, Deutsche: 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Luftverkehr. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Lucht, Gerhard A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftpolizei

Siehe auch: Deutsche Lufthansa: 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Lufthansa, Deutsche: 1958 1959 1960 1962 1963 1966 Luftverkehr. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 268 Lucht, Gerhard A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Luftpolizei

DDR A-Z 1965

Luftwaffe (1965)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 Nationale Volksarmee. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 269 Luftverkehr A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lukács, Georg (György)

Siehe auch die Jahre 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 1975 Nationale Volksarmee. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 269 Luftverkehr A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Lukács, Georg (György)

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Magdeburg (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 [S. 270]1. Bezirk in der SBZ; gebildet im Sommer 1952 im Zuge der verfassungswidrigen Verwaltungsneugliederung aus dem Nordteil von Sachsen-Anhalt unter Austausch thüringischer und brandenburgischer Gebietsteile; 11.527 qkm, (1963) 1.373.934 Einwohner (1950: 1.518.595). 1~Stadtkreis: Magdeburg; 20 Landkreise: Burg, Gardelegen, Genthin, Halberstadt, Haldensleben, Havelberg, Kalbe, Klötze, Oschersleben, Osterburg, Salzwedel, Schönebeck, Seehausen, Staßfurt, Stendal, Tangerhütte, Wanzleben, Wernigerode, Wolmirstedt, Zerbst. Vors. des Rates des Bezirkes: Kurt Ranke (SED). 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung: Alois ➝Pisnik. M. ist ein landwirtschaftlich und industriell gemischter Bezirk. Neben reichhaltigen Bodenschätzen (Braunkohle, Stein- und Kalisalz, Eisenerz, Schwefelkies und Kalk) ist die Landwirtschaft vor allem in der Magdeburger Börde ertragreich und hat eine entsprechende Lebensmittelindustrie hervorgebracht. Es folgen der Schwermaschinenbau, die Chemische Industrie, der Fahrzeug(Schiff-)bau und die Eisen- und Stahlerzeugung. 2. Stadtkreis im Sachsen-anhaltischen Bezirk M., Bezirksstadt, in der Magdeburger Börde beiderseits der Elbe mit (1963) 267.733 Einwohnern (1950: 260.305) zweitgrößte Stadt Sachsen-Anhalts und fünftgrößte Stadt der SBZ; alte Hansestadt (im 1. Weltkrieg stark zerstört); frühgotischer Dom (mit Grab Ottos d. Gr.), Liebfrauenkirche (11./13. Jh.); wichtiger Verkehrsknotenpunkt (Eisenbahn, Autobahn, größter Binnenhafen der SBZ, Mittellandkanal); eines der bedeutendsten Industriezentren Mitteldeutschlands: Schwermaschinenbau „Ernst Thälmann“, „Karl Liebknecht“, „Georgi Dimitroff“, „7. Oktober“ und „Erich Weinert“, Meßgeräte- und Armaturenwerk „Karl Marx“, Mühlen-, Lokomotiv- und Schiffsbau, Gießereien, Zement, Ölraffinerie, Nahrungs- und Genußmittel; Reichsbahndirektion, Postscheckamt; Hochschule für Schwermaschinenbau „Otto von Guericke“, Medizinische Akademie (seit 1954), Theater, Tiergarten, Kulturhistorisches Museum; Sitz des Bischofs der Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen u. des kath. Bischofs von M. Literaturangaben Böhmer, Karl Hermann: Deutschland hinter dem Eisernen Vorhang — Sowjetische Besatzungszone (neubearb. v. Eugen Stamm). Essen 1962, Tellus-Verlag. 64 S. m. zahlr. Abb. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270 Luxemburg, Rosa A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z MAI

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1969 [S. 270]1. Bezirk in der SBZ; gebildet im Sommer 1952 im Zuge der verfassungswidrigen Verwaltungsneugliederung aus dem Nordteil von Sachsen-Anhalt unter Austausch thüringischer und brandenburgischer Gebietsteile; 11.527 qkm, (1963) 1.373.934 Einwohner (1950: 1.518.595). 1~Stadtkreis: Magdeburg; 20 Landkreise: Burg, Gardelegen, Genthin, Halberstadt, Haldensleben, Havelberg, Kalbe, Klötze, Oschersleben, Osterburg, Salzwedel,…

DDR A-Z 1965

Makarenko, Anton Semjonowitsch (1965)

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1880–1939, wichtigster sowjet. Pädagoge, M. übernahm 1920 die Leitung einer Kolonie für minderjährige „Rechtsbrecher“, bekannt unter dem Namen Gorki- Kolonie. Nach Differenzen mit dem Volkskommissariat für Volksbildungswesen widmete M. sich von 1929 bis 1935 ausschließlich der Dsershinski-Kommune, deren Organisatoren und Protektoren die Tschekisten (Geheimpolizei) von Charkow waren. Die Arbeit in diesen beiden Erziehungsanstalten hat M. in den Büchern „Der Weg ins Leben, ein pädagogisches Poem“ (zuerst 1933 und 1935) und „Flaggen auf den Türmen“ (1938) dargestellt. Daneben zahlreiche Aufsätze über pädagogische und politische Probleme sowie literarische Arbeiten in den letzten Lebensjahren. M. hatte große Erfolge bei der Erziehung „durch das Kollektiv“ und „für das Kollek[S. 271]tiv“. Er versuchte, straffe Disziplin mit einem hohen Maß von Schülerselbstverwaltung und produktiver Arbeit zu verbinden. Den Kolonien waren z. B. Landwirtschafts- bzw. Fabrikbetriebe angeschlossen, die die Schüler selbst aufgebaut hatten. In seinen Veröffentlichungen versucht er, seine pädagogische Praxis gedanklich zu durchdringen. Seine Einsichten hat die Sowjetpädagogik mit den bestehenden Schul- verhältnissen zu vereinbaren versucht. Eine siebenbändige Ausgabe seiner Werke erschien im Volk und Wissen-Verlag, Ost-Berlin. Literaturangaben Froese, Leonhard: Die ideengeschichtlichen Triebkräfte in der russischen und sowjetischen Pädagogik. Heidelberg 1956, Quelle und Meyer. 198 S. Fundstelle: SBZ von A bis Z. Neunte, überarbeitete und erweiterte Auflage, Bonn 1965: S. 270–271 Die biographischen Angaben spiegeln den Kenntnisstand der Handbuchredaktion im Jahre 1965 wider. Sie sind daher für allgemeine Informationszwecke als veraltet anzusehen und zudem häufig nicht fehlerfrei. Für allgemeine Personenrecherchen wird neben der Rubrik BioLeX auch auf andere biographische Nachschlagewerke verwiesen. Maisprogramm A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, Z Malerei

Siehe auch die Jahre 1956 1958 1959 1960 1962 1963 1966 1880–1939, wichtigster sowjet. Pädagoge, M. übernahm 1920 die Leitung einer Kolonie für minderjährige „Rechtsbrecher“, bekannt unter dem Namen Gorki- Kolonie. Nach Differenzen mit dem Volkskommissariat für Volksbildungswesen widmete M. sich von 1929 bis 1935 ausschließlich der Dsershinski-Kommune, deren Organisatoren und Protektoren die Tschekisten (Geheimpolizei) von Charkow waren. Die Arbeit in diesen beiden Erziehungsanstalten…