In der Kategorie BioLex sind drei wichtige Lexika mit über 5500 Biografien von überzeugten Kommunistinnen und Kommunisten, Renegatinnen und Dissidenten im Volltext recherchierbar.

 

Das Handbuch „Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945“ wird von Andreas Herbst und Hermann Weber in der 8. aktualisierten Ausgabe herausgegeben. Auf breiter Quellenbasis werden die Schicksale deutscher Kommunisten knapp geschildert, von denen etwa ein Drittel während der NS-Diktatur und durch den Stalinistischen Terror gewaltsam ums Leben kam.

Kurzbiografien zu Personen des politischen Lebens in der DDR stellt das von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix herausgegebene Lexikon ostdeutscher Biographien „Wer war wer in der DDR?“ Ch. Links Verlag, 5. Aufl. 2010 bereit.

Zudem ist das Online-Lexikon www.dissdenten.eu ebenfalls auf unserer Seite aufrufbar. Die über 700 Biografien mit umfangreichen Informationen zu Oppositionellen, Bürgerrechtlern und  Dissidenten aus vielen Ländern Ost- und Mitteleuropas werden laufend erweitert.

 

Handbuch Deutsche Kommunisten

Schütz, Walter

* 25.10.1897 ✝ 29.3.1933

Am 25. Oktober 1897 in Wehlau/Ostpreußen geboren, arbeitete nach der Lehre als Maschinenschlosser in Königsberger Betrie­ben. 1921 trat er der KPD bei, war von 1922 bis 1924 und über­nahm verschiedene Funktionen in Ost­preußen. Seit 1927 hauptamtlicher Funktionär der KPD. 1928 einige Monate Orgleiter der Bezirksleitung Ostpreußen. Im Juni 1929 Delegierter Ostpreußens zum 12. Reichsparteitag in Berlin Der seit 1925 der Königsberger Stadtverordnetenversammlung angehörende Schütz zog im September 1930 für die KPD im Wahlkreis 1 Ostpreußen als Abgeordneter in den Reichstag ein, dem er bis März 1933 angehörte. Schütz tauchte nach dem Reichstagsbrand unter, wurde aber bereits am 29. März 1933 von SA‑Leuten in einer illegalen Wohnung in Königsberg aufgespürt, in eine SA-Kaserne geschleppt und dort so bestialisch misshandelt worden, dass er den Verletzungen im Krankenhaus erlag. Das Krankenhauspersonal wurde angewiesen, den Totenschein auf „Herzschlag“ auszustellen. Seine Frau Elise, geborene Sahnwald (* 6.4.1899 -  † 14.12.1977), emigrierte mit ihrem Sohn Gustav (* 2.9.1920) in die Sowjetunion. In einer vertraulichen Information von Paul Jäkel an das ZK der KPD und die deutsche Vertretung beim EKKI vom 29. April 1938 tauchte Elise Schütz neben Erich Wundersee und Berta Köppe auf. Alle drei hätten seit Ende 1937 keine Parteibeiträge gezahlt. Elise Schütz wurde 1940 von den Nazi-Behörden ausgebürgert. Gustav Schütz, der zunächst im Kinderheim Iwanowo bei Moskau aufwuchs, ging 1936 als Kadett an die Moskauer Militärschule. Als Angehöriger der Roten Armee, er war Artillerieleutnant, fiel er Ende 1941. Elise Schütz wurde am 14.11.1940 ausgebürgert, arbeitete dann für die MOPR in Moskau, Parteiname „Jäger“. Ende August 1941 Evakuierung nach Mittelasien, Arbeit im Heim für Spanienkämpfer in Osch. Im März 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED. Sie lebte dann in Schwerin, Greifswald und Ludwigslust und heiratete den Spanienkämpfer Ferdinand Ruth (* 23.5.1909 - † 30.9.1986).

 

Information

Mehr Hinweise zu den beiden Lexika finden Sie unter Wer war wer in der DDR? und unter Handbuch der Deutschen Kommunisten